Das Zimmer hallt schon. Morgen geht es auf an die Isar. Die Schränke sind leer, die Regale sind leer, der Magen ist voll, der Kopf quillt über und das Herz auch. Eben saß ich noch mit einer Freundin auf dem Bett und habe Kuchen gegessen, jetzt ist schon die letzte Nacht angebrochen.
Wie es immer so passiert, dass einem am Ende noch mal alles zugespielt wird, was wirklich wichtig war. Im Kreise einer sehr lieben Freundin traf ich Stefan, der Matthias mitbrachte und damit einen sehr lieben Menschen, der verschollen schien. Viel sehr gute Zeit habe ich mit den Dreien verbracht, und es ist eine Sauerrei, dass die Zeit verstreicht und plötzlich weg ist.
Da steh ich nun wie ein verspäteter Faust und denke mir: halt, da, gerade eben, da wollte ich doch sagen: "Verweile doch, du bist so schön." Können wir nochmal auf Anfang?
Aber das geht nicht. Nochmal erleben ist unmöglich, und so bleiben nur Fotos von Festen, Geschenke, Mitbringsel, Karten, und diese ungezählten kleinen Momente, wo man zwischen zwei Kursen völlig gestresst Kaffe mit Freunden trank, oder gemütlich im Kino saß und sich über Hollywoods Unrealismus aufgeregt hat, oder am Bismarckplatz saß und geratscht hat. So viele von diesen kleinen Momenten sind das, dass sie wie ein Mosaik ein riesiges Bild ergeben voller Farben und Leben.
Natürlich gab es auch die großen Momente! Theater- und Choraufführungen, bei denen man auf der Bühne stand, WM-feiern mit allen Lieben und der ganzen Stadt, durchzechte Nächte und gebrochene Herzen.
Aber die erscheinen so nichtig im Vergleich mit den vielen Süßigkeiten des Alltags, wie es gute Gespräche und friedliches Schweigen sind.
Schließlich steht unter dem allem ein Uni-Abschluss und ein paar Gesichter, die man sich merkt.
Schwer fällt es mir nicht, der Stadt den Rücken zu kehren. Ich hab hier nichts verloren. Es zieht mich in die Großstadt, in das schnelle Leben, in die Innenstadt ohne Wackersteine, auf denen man hohe Schuhe tragen kann. Es zieht mich in die Stadt mit der U-Bahn, wo man morgens Kaffee trinken und Zeitung lesen kann. Es zieht mich zur Familie und zu alten Freunden.
Aber ein, zwei handverlesene Menschen würde ich einfach gern mitnehmen aus Regensburg. Ich würde sie gern wie bei diesen Automaten mit den Greifarmen aus dem Gewühl herauspicken und nach München setzen, irgendwo in meine Nähe, damit ich anrufen kann und sagen: "Du, ich brauch grad ne Pause, lass uns Kaffee trinken gehen." Oder: "Hey, heut abend spielt n Bekannter von mir ein Konzert, magst mitkommen?" Oder: "Mir is fad, kann ich vorbeikommen?" Oder: "Ich lad dich zum Essen ein, komm vorbei."
Nun, ich bin erwachsener geworden, oder zumindest älter, und bin mir sicher, dass ich das auch so hinkriege, eben jenes zu den Menschen zu sagen und in die Tat umzusetzen. Nur vielleicht mit ein, zwei Tagen Planung.
Ob erwachsen oder nicht, zumindest weiß ich mehr als vorher. Zwei Dinge bin ich aber mit Sicherheit geworden: das eine ist Politikwissenschaftler. Ich liebe mein Fach und werde Graham Allison oder John Lewis Gaddis immer jedem erfundenen Krimi vorziehen.
Das zweite, was ich geworden bin, ist ein Salamander. Wo doch alle Menschen irgendwo ihren persönlichen Schlag haben, ist es doch erstaunlich einen Kreis von Menschen zu haben, der den gleichen Schlag hat wie man selbst. Ich bin gern ein Salamander.
Nein, verloren habe ich in Regensburg nichts. Aber einiges gewonnen, und dafür bin ich dankbar.
Es war eine schöne Zeit, und Regensburg ist immer noch und war Heim von ein paar wundervollen Leuten. Und von ein paar deppen. Aber wen interessieren die schon. Wenn man so zurück schaut und der Blick von Tränen verklärt ist, sieht man ja doch nur die großen, wichtigen Dinge, die sich festgesetzt haben, wie die Freunde, die immer für einen da sind und die schandhaft hässliche Uni, in der man so lang festsaß. Das Wichtige wird in München weiter geführt werden, der Rest verliert sich im Nebel. So soll das auch sein.
Herzlich Willkommen! Dies ist der Blog von LL Aktuell. Er umfasst viele Themen wie Erlebnisse in Bonn und erste Schritte ins Arbeitsleben, Geschichten die LL verfasst hat und ähnliches. Er ist persönlich und dient nur der Unterhaltung.
Showing posts with label Lisabonn. Show all posts
Showing posts with label Lisabonn. Show all posts
Monday, June 13, 2011
Tuesday, May 31, 2011
Sturm, Sturm, Sturm
Ich steh ja so auf Wellengang. Auf einem Schiff, wenn der Wind den Regen waagrecht gegen den Bug peitscht, und das Meer mit dem Himmel zu einem aufgewühlten Grau-Einerlei vermischen, wenn man unter Deck steht und hin- und hergeworfen wird vom Gewitter bis einem schlecht wird, wenn alles durcheinander fliegt, obwohl man es festgebunden hat, dann und nur dann freut man sich wie nie auf die nächste ruhige See.
Was waren das für Tage!? Bonn, was hast du mir da aufgetischt zum Schluss dieser vier Monate Zuckerwasser mit Erdbeeren?
Zum Beispiel Freitag saßen wir auf dem Dach und tauften Lichtspiele von irgendeiner Diskothek, die mit einem Scheinwerfer die Wolken anstrahlten, Bonn-Batman. Prompt kam ein Bösewicht, der uns übermäßige Lautstärke vorwarf - grinsend warteten wir mit unseren Weinflaschen auf Bonn-Batman, aber er kam nicht. Da stiegen wir die Feuerleiter wieder hinab und zogen in die Stadt, ins Pawlow. wir fuhren Fahhrad, und ich hatte ein wunderbares, 24-Zoll Mädchenfahrrad namens Hugo. Im Pawlow traf ich Jan, ja Jan aus dem Regensburger Wohnheim, der in München zur Schule ging. Aber ich traf ihn per Zufall! Was gut ist, kommt nach Bonn, sagten wir und nickten wissend.
Dann zogen wir weiter in die Zone, wo sehr gute Rockmusik zusammen mit sehr gutem Alkohol serviert wird. Hier fand uns ein grauhaariger, gebückter Mann mit Brille und zittrigen Händen, der sagte: "Was los hier, ich will euch alle mal malen." Wir lachten und waren froh.
Er malte uns, jeden Einzelnen malte er und zwar im besten Licht. Keine Aschenbecher wurden gemalt, keine Makel, kein Fehl und Tadel hatten wir. Wir waren Strichmännchen! Mehr malt er nämlich nicht, der alle-mal-malen-Mann, von dem ich seit drei Monaten wusste: den muss ich live erleben. Auf den Schock trank ich einen Mindfuck, der aus 11 oder 15 verschiedenen Ingredientien besteht und einfach köstlich schmeckt. Auch das ist eine Tradition in Bonn, nach einem fröhlichen Abend absacken mit Mindfuck in der Zone. Urig. Geschmacklich konnte das nur das Spargelrisotto toppen, das wir schließlich bei der Wiederkehtr aufaßen. Es war schon Abendessen gewesen, und tatsächlich ist es kalt genauso köstlich gewesen. Das will was heißen, denn es war grandios.
Und das war nur der Freitag! Samstag brachte ich meinen elend großen und schweren Koffer dann zur Post und sagte den Postlern: Bitte, bringt mir den nach Regensburg, ja? Sie sagten: 18 Kilo, macht zwölf Euro. Vor lauter Übermut gab ich gleich noch einen Brief auf und kaufte danach für Apfelkuchen ein, von denen ich zwei buk. Einer wurde gleich an die hungrige Horde im Garten und im Nebenhaus verfüttert, der andere stand bis heute früh in meinem Zimmer, duftete und wartete auf den Abschiedskaffee im DAAD. Als ich gerade fertig war, rief Matthew an und fragte, ob ich ein Abschiedsbier im Südbahnhof trinken wolle. Das wollte ich, aber erst musste ich bei Mirl nochmal essen.
(Also, das ist ja eigentlich klar, weil wer Mirl kennt und Nicholas natürlich, der sagt immer, wenn er kann: ja, aber erst nach dem Essen. Egal, wer kocht, bei Mirl und Nicholas wird immer gut gekocht. Sehr gut. Mjam Mjam).
So aß ich bei Mirl, mit Nicholas und Svea, die seit Freitag zu Gast war und auch das Spargelrisotto geschaffen hatte. Wir aßen so eine Lappalie wie Ofenkartoffeln mit Gemüse, Quark und Vorspeise, aber auf beste mediterrane Art. Danach ging es in den Südbahnhof, und es war lustig und freundlich und bizarr und sehr, sehr schön. Und dann kam der Sonntag.
Wir gingen erst zu dritt nach St. Cyprion zu den Altkatholiken. Dann traf ich wieder Mirl, Nicholas, Matthew und Svea zum Bötchen fahren nach Beuel. Einmal war ich ja schon Fähre gefahren, bei Rhein in Flammen mitten in der Nacht, von Beuel nach Bonn. Diesmal hab ich es andersrum geschafft, und so den Kreis wieder vervollständigt. Bei sehr schlechten Kellnerinnen waren wir zu Gast im Biergarten Rheinlust, bevor ich wieder aufbrach um abends mit Slawa und Timo in die FeG zu gehen. Schön war es auch hier, warm und freundlich, hoffnungsfroh und nett wie sich das so gehört, wie das immer so ist und immer sein wird. Beschlossen wurde der Abend mit dem Fußballspiel Deutschland-Ukraine, und Grillfackeln teilen mit David in der Küche. Schließlich kam dann auch schon der Montag, also heute.
Um zehn Verabschiedung: Ich brachte Kuchen und erwartete nichts. Statt dessen gaben sie mir Geschenke. Eine Starbucks-Tasse von Bonn - dabei habe ich ihnen garnicht gesagt, dass ich von jeder Stadt, in der ich länger bin, eine Starbucks-Tasse mitnehme! Ich freue mich wie Schnitzel, immer noch und sowieso. Es war insgesamt sehr rührig, und wir waren alle etwas unglücklich über meinen Wechsel. Die Arbeit selbst war dann auch völlig problemlos - ich habe tatsächlich alles, wegen dem sie mich angestellt hatten, sauber erledigen können. Befreit und gut gelaunt ging es zum Abschluss zu Michaela, Grüne Soße essen. Bei 31 Grad saßen wir auf Bierbänken in ihrem Garten und aßen, Eier, Kartoffeln und Soße, bis wir platzen. Naja, beinahe. Es war einfach zu lecker um aufzuhören. Gott sei dank machten wir dann noch einen Rheinspaziergang. Inzwischen ist mein Bauch wieder auf normale Größe zurückgegangen, aber das Essen ist auch schon sechs Stunden her. Mjam mjam mjam sage ich nur.
So weht es. Dazwischen ist noch ganz viel anderes passiert - viele Telefonate, Star Trek gucken, schöne Emails bekommen und dass zwei meiner Ginkgo-Kerne aufgeplatzt sind! Der nächste Schritt wäre ein kleines grünes Blättchen. Ich hoffe mal, dass da bald was kommt. Bis dato genieße ich die Riesenwoge Energie und Lebensfreude, die sich hier aufgebaut hat und die mich morgen aufs trockene Land stürzen wird. Wenn ich mich vom Aufprall erholt habe, schreibe ich weiter. Bis dato: Gute Nacht und auf Wiedersehen, Bonn. Du bist einladend, freundlich, offen und wie ein Gemälde so schön. Genau wie deine Bewohner.
Was waren das für Tage!? Bonn, was hast du mir da aufgetischt zum Schluss dieser vier Monate Zuckerwasser mit Erdbeeren?
Zum Beispiel Freitag saßen wir auf dem Dach und tauften Lichtspiele von irgendeiner Diskothek, die mit einem Scheinwerfer die Wolken anstrahlten, Bonn-Batman. Prompt kam ein Bösewicht, der uns übermäßige Lautstärke vorwarf - grinsend warteten wir mit unseren Weinflaschen auf Bonn-Batman, aber er kam nicht. Da stiegen wir die Feuerleiter wieder hinab und zogen in die Stadt, ins Pawlow. wir fuhren Fahhrad, und ich hatte ein wunderbares, 24-Zoll Mädchenfahrrad namens Hugo. Im Pawlow traf ich Jan, ja Jan aus dem Regensburger Wohnheim, der in München zur Schule ging. Aber ich traf ihn per Zufall! Was gut ist, kommt nach Bonn, sagten wir und nickten wissend.
Dann zogen wir weiter in die Zone, wo sehr gute Rockmusik zusammen mit sehr gutem Alkohol serviert wird. Hier fand uns ein grauhaariger, gebückter Mann mit Brille und zittrigen Händen, der sagte: "Was los hier, ich will euch alle mal malen." Wir lachten und waren froh.
Er malte uns, jeden Einzelnen malte er und zwar im besten Licht. Keine Aschenbecher wurden gemalt, keine Makel, kein Fehl und Tadel hatten wir. Wir waren Strichmännchen! Mehr malt er nämlich nicht, der alle-mal-malen-Mann, von dem ich seit drei Monaten wusste: den muss ich live erleben. Auf den Schock trank ich einen Mindfuck, der aus 11 oder 15 verschiedenen Ingredientien besteht und einfach köstlich schmeckt. Auch das ist eine Tradition in Bonn, nach einem fröhlichen Abend absacken mit Mindfuck in der Zone. Urig. Geschmacklich konnte das nur das Spargelrisotto toppen, das wir schließlich bei der Wiederkehtr aufaßen. Es war schon Abendessen gewesen, und tatsächlich ist es kalt genauso köstlich gewesen. Das will was heißen, denn es war grandios.
Und das war nur der Freitag! Samstag brachte ich meinen elend großen und schweren Koffer dann zur Post und sagte den Postlern: Bitte, bringt mir den nach Regensburg, ja? Sie sagten: 18 Kilo, macht zwölf Euro. Vor lauter Übermut gab ich gleich noch einen Brief auf und kaufte danach für Apfelkuchen ein, von denen ich zwei buk. Einer wurde gleich an die hungrige Horde im Garten und im Nebenhaus verfüttert, der andere stand bis heute früh in meinem Zimmer, duftete und wartete auf den Abschiedskaffee im DAAD. Als ich gerade fertig war, rief Matthew an und fragte, ob ich ein Abschiedsbier im Südbahnhof trinken wolle. Das wollte ich, aber erst musste ich bei Mirl nochmal essen.
(Also, das ist ja eigentlich klar, weil wer Mirl kennt und Nicholas natürlich, der sagt immer, wenn er kann: ja, aber erst nach dem Essen. Egal, wer kocht, bei Mirl und Nicholas wird immer gut gekocht. Sehr gut. Mjam Mjam).
So aß ich bei Mirl, mit Nicholas und Svea, die seit Freitag zu Gast war und auch das Spargelrisotto geschaffen hatte. Wir aßen so eine Lappalie wie Ofenkartoffeln mit Gemüse, Quark und Vorspeise, aber auf beste mediterrane Art. Danach ging es in den Südbahnhof, und es war lustig und freundlich und bizarr und sehr, sehr schön. Und dann kam der Sonntag.
Wir gingen erst zu dritt nach St. Cyprion zu den Altkatholiken. Dann traf ich wieder Mirl, Nicholas, Matthew und Svea zum Bötchen fahren nach Beuel. Einmal war ich ja schon Fähre gefahren, bei Rhein in Flammen mitten in der Nacht, von Beuel nach Bonn. Diesmal hab ich es andersrum geschafft, und so den Kreis wieder vervollständigt. Bei sehr schlechten Kellnerinnen waren wir zu Gast im Biergarten Rheinlust, bevor ich wieder aufbrach um abends mit Slawa und Timo in die FeG zu gehen. Schön war es auch hier, warm und freundlich, hoffnungsfroh und nett wie sich das so gehört, wie das immer so ist und immer sein wird. Beschlossen wurde der Abend mit dem Fußballspiel Deutschland-Ukraine, und Grillfackeln teilen mit David in der Küche. Schließlich kam dann auch schon der Montag, also heute.
Um zehn Verabschiedung: Ich brachte Kuchen und erwartete nichts. Statt dessen gaben sie mir Geschenke. Eine Starbucks-Tasse von Bonn - dabei habe ich ihnen garnicht gesagt, dass ich von jeder Stadt, in der ich länger bin, eine Starbucks-Tasse mitnehme! Ich freue mich wie Schnitzel, immer noch und sowieso. Es war insgesamt sehr rührig, und wir waren alle etwas unglücklich über meinen Wechsel. Die Arbeit selbst war dann auch völlig problemlos - ich habe tatsächlich alles, wegen dem sie mich angestellt hatten, sauber erledigen können. Befreit und gut gelaunt ging es zum Abschluss zu Michaela, Grüne Soße essen. Bei 31 Grad saßen wir auf Bierbänken in ihrem Garten und aßen, Eier, Kartoffeln und Soße, bis wir platzen. Naja, beinahe. Es war einfach zu lecker um aufzuhören. Gott sei dank machten wir dann noch einen Rheinspaziergang. Inzwischen ist mein Bauch wieder auf normale Größe zurückgegangen, aber das Essen ist auch schon sechs Stunden her. Mjam mjam mjam sage ich nur.
So weht es. Dazwischen ist noch ganz viel anderes passiert - viele Telefonate, Star Trek gucken, schöne Emails bekommen und dass zwei meiner Ginkgo-Kerne aufgeplatzt sind! Der nächste Schritt wäre ein kleines grünes Blättchen. Ich hoffe mal, dass da bald was kommt. Bis dato genieße ich die Riesenwoge Energie und Lebensfreude, die sich hier aufgebaut hat und die mich morgen aufs trockene Land stürzen wird. Wenn ich mich vom Aufprall erholt habe, schreibe ich weiter. Bis dato: Gute Nacht und auf Wiedersehen, Bonn. Du bist einladend, freundlich, offen und wie ein Gemälde so schön. Genau wie deine Bewohner.
Wednesday, May 25, 2011
Ruhe ohne Sturmsicht
Wie das so ist, ruht vor der ganz großen Aufregung die Welt. Welche Macht ich über sie habe, über die Welt, und über den Wind. Renne ich meinen Aufgaben hinterher, ist sie hektisch und aufgeblasen. Sage ich: "Komm morgen wieder, lass mich in Frieden, lass mich atmen, Welt," dann steht sie vor meiner Tür und schweigt. Ich lasse sie ruhen. Mein ist die Macht.
Die Luft zu süß um sich in Arbeit zu stürzen. Ach, was will nicht alles gemacht werden. Reisegepäck will beantragt, Fahrkarten wollen gekauft, Obatzer will gemacht, Nachmieter wollen gefunden, Überweisungen getätigt werden. Ich lasse die Aufgaben und warte. Grollt mir ruhig, baut euch auf, um euch morgen mit um so mehr Gewalt auf mich zu stützen. Aber nach Abschnitten ist Pause eine gute Sache.
Seit Moria gab es nur noch kleine Umwälzungen als kurzes Intermezzo am Wochenende, das mir ins Bewußtsein brachte, dass die letzte Schlacht nicht geschlagen ist. Eine falsche Telefonnummer und Höflichkeit sorgten dafür, dass ich mir Sonntag abend dreimal anmurren ließ, warum ich nicht eher angerufen hätte, obwohl ich nicht wusste, dass die Frau, deren Nummer ich nicht hatte, am Wochenende in München sein wollte.
Es ist eine Dominokette. Die Frau, deren Nummer ich nicht hatte, sei Agathe, die befreundet ist mit jemanden hier einmal genannt Irmtrud, die befreundet ist mit zwei Menschen hier genannt Benedikt und Agnes. Benedikt gab mir Freitag Agathes Nummer, weil Agathes Sohn ein Zimmer zur Zwischenmiete für mich haben könnte. Ich rief an bei einem Anrufbeantworter.
Er sagte: "Frohe Ostern und Alles Gute".
Mehr nicht.
Das ist nun grundsätzlich eine gute, aber wenig produktive Nachricht. Ähnlich beruhigend wie ein BlueScreen - beruhigend, obwohl er das Gegenteil bedeuted.
Ich wiederholte die Nummer übers Wochenende einige Male ohne weiteren Erfolg. Gewiss hatte ich hierbei auch wenig Nachdruck. Zimmer vermitteln ist Arbeit, wie ich fünf Jahren WG-Erfahrung weiß. Wochenende ist Freizeit, und Freizeit ist heilig, wie ich aus meiner deutlich kürzeren Erfahrung als Teil der arbeitenden Bevölkerung weiß. Daher eben etwas weniger Nachdruck beim Telefonieren am Wochenende wegen einem Zimmer. Ich wollte Agathe nun ja nicht vergraulen. Weh mir, im Gegenteil, ich wollte in diesem Zimmer wohnen. Erst Sonntag meldete ich Benedikt und Agnes den aktuellen Status wiederum per Telefon.
Der Status hieß: nichts erreicht. Das war schlecht. Mir wurde mitgeteilt, dass es nun wohl zu spät sei, weil Agathe am Wochenende Zeit gehabt hätte und danach nicht mehr, weil Benedikt und Agnes dann nicht mehr da seien.
Dies war grandios. Erstens ging mir nach dieser Nachricht die Muffe, weil eine verlockende Wohnung damit gestorben schien, zweitens waren alle sauer auf mich.
Beileibe, das verstand ich nicht. Tatsächlich war mir das der ungerechtfertigten Anschuldigung auch entschieden zuviel. Ich schaltete auf Widerstand und schubste mal zurück. Ich erklärte: Nein, ich wusste nichts von dem Zeitrahmen Wochenende. Und nein, ich rufe am Wochenende nicht mehr als zweimal täglich bei jemandem an, der mir positiv gestimmt sein soll. Und nochmal nein, ich gerate auch nicht in Panik wenn ich nach vier (oder waren es fünf?) Anrufen in zwei Tagen niemand erreiche an einem Wochenende. Ich hatte die Nummer zweimal überprüft und mir von Benedikt bestätigen lassen.
Nein, unter den gegebenen Umständen wartete ich. Und ich würde wieder warten.
Schönerweise glättete mein Gegenwind die Wogen! Ich bekam die Nummer von Irmtrud. Mit Vorbereitung ging ich in dieses Gespräch. Der Inhalt dieser Schelte war derselbe, nur war der Gegenwind sanfter. Ich wehte entsprechend zurück. Siehe da, schon erhielt ich - schließlich, endlich und richtig - die Nummer vom Agathe. Aber siehe, andere Nummer gleiches Spiel: Anrufbeantworter. Diesmal ohne Ostergrüße. Immerhin. Das war irgendwie besser.
Was soll ich sagen, eine Stunde später kam der Rückruf. Diesmal kein Gegenwind, sondern Friede, Freude Eierkuchen.
Wir verwickelten uns schnell in eine nette Unterhaltung und fanden eine Lösung. Sie gibt den Schlüssel bei noch zwei anderen Personen ab, ich gehe dahin und sehe mir das Zimmer an. Völlig unabhängig, zeit- und stresslos. Tada! Und alles ist gut.
So ist das mit dem Wind. Wer ihn säht, kriegt ihn auch. Bei mir ist aber Windstille. Nicht mal Pusteblumen zersteuben sich. Nein, ich wehe erst wieder in München. Hier ist die Luft zu süß.
Dazwischen ziehe ich um und verabschiede mich von Bonn, das sich von der allerbesten Seite zeigt. Warm und schön und blühend. Vögel zwitschern, während vor Mirls Fenster Konstantin Wecker pfeife, bis sie rausschaut. Manchmal die bessere Art der Kommunikation als Telefon.
Morgen ist Weinkeller-Abschied, Montag ist Arbeitsabschied. Ich gehe gewiss mit einer Träne im Auge. Mindestens einer.
Die Luft zu süß um sich in Arbeit zu stürzen. Ach, was will nicht alles gemacht werden. Reisegepäck will beantragt, Fahrkarten wollen gekauft, Obatzer will gemacht, Nachmieter wollen gefunden, Überweisungen getätigt werden. Ich lasse die Aufgaben und warte. Grollt mir ruhig, baut euch auf, um euch morgen mit um so mehr Gewalt auf mich zu stützen. Aber nach Abschnitten ist Pause eine gute Sache.
Seit Moria gab es nur noch kleine Umwälzungen als kurzes Intermezzo am Wochenende, das mir ins Bewußtsein brachte, dass die letzte Schlacht nicht geschlagen ist. Eine falsche Telefonnummer und Höflichkeit sorgten dafür, dass ich mir Sonntag abend dreimal anmurren ließ, warum ich nicht eher angerufen hätte, obwohl ich nicht wusste, dass die Frau, deren Nummer ich nicht hatte, am Wochenende in München sein wollte.
Es ist eine Dominokette. Die Frau, deren Nummer ich nicht hatte, sei Agathe, die befreundet ist mit jemanden hier einmal genannt Irmtrud, die befreundet ist mit zwei Menschen hier genannt Benedikt und Agnes. Benedikt gab mir Freitag Agathes Nummer, weil Agathes Sohn ein Zimmer zur Zwischenmiete für mich haben könnte. Ich rief an bei einem Anrufbeantworter.
Er sagte: "Frohe Ostern und Alles Gute".
Mehr nicht.
Das ist nun grundsätzlich eine gute, aber wenig produktive Nachricht. Ähnlich beruhigend wie ein BlueScreen - beruhigend, obwohl er das Gegenteil bedeuted.
Ich wiederholte die Nummer übers Wochenende einige Male ohne weiteren Erfolg. Gewiss hatte ich hierbei auch wenig Nachdruck. Zimmer vermitteln ist Arbeit, wie ich fünf Jahren WG-Erfahrung weiß. Wochenende ist Freizeit, und Freizeit ist heilig, wie ich aus meiner deutlich kürzeren Erfahrung als Teil der arbeitenden Bevölkerung weiß. Daher eben etwas weniger Nachdruck beim Telefonieren am Wochenende wegen einem Zimmer. Ich wollte Agathe nun ja nicht vergraulen. Weh mir, im Gegenteil, ich wollte in diesem Zimmer wohnen. Erst Sonntag meldete ich Benedikt und Agnes den aktuellen Status wiederum per Telefon.
Der Status hieß: nichts erreicht. Das war schlecht. Mir wurde mitgeteilt, dass es nun wohl zu spät sei, weil Agathe am Wochenende Zeit gehabt hätte und danach nicht mehr, weil Benedikt und Agnes dann nicht mehr da seien.
Dies war grandios. Erstens ging mir nach dieser Nachricht die Muffe, weil eine verlockende Wohnung damit gestorben schien, zweitens waren alle sauer auf mich.
Beileibe, das verstand ich nicht. Tatsächlich war mir das der ungerechtfertigten Anschuldigung auch entschieden zuviel. Ich schaltete auf Widerstand und schubste mal zurück. Ich erklärte: Nein, ich wusste nichts von dem Zeitrahmen Wochenende. Und nein, ich rufe am Wochenende nicht mehr als zweimal täglich bei jemandem an, der mir positiv gestimmt sein soll. Und nochmal nein, ich gerate auch nicht in Panik wenn ich nach vier (oder waren es fünf?) Anrufen in zwei Tagen niemand erreiche an einem Wochenende. Ich hatte die Nummer zweimal überprüft und mir von Benedikt bestätigen lassen.
Nein, unter den gegebenen Umständen wartete ich. Und ich würde wieder warten.
Schönerweise glättete mein Gegenwind die Wogen! Ich bekam die Nummer von Irmtrud. Mit Vorbereitung ging ich in dieses Gespräch. Der Inhalt dieser Schelte war derselbe, nur war der Gegenwind sanfter. Ich wehte entsprechend zurück. Siehe da, schon erhielt ich - schließlich, endlich und richtig - die Nummer vom Agathe. Aber siehe, andere Nummer gleiches Spiel: Anrufbeantworter. Diesmal ohne Ostergrüße. Immerhin. Das war irgendwie besser.
Was soll ich sagen, eine Stunde später kam der Rückruf. Diesmal kein Gegenwind, sondern Friede, Freude Eierkuchen.
Wir verwickelten uns schnell in eine nette Unterhaltung und fanden eine Lösung. Sie gibt den Schlüssel bei noch zwei anderen Personen ab, ich gehe dahin und sehe mir das Zimmer an. Völlig unabhängig, zeit- und stresslos. Tada! Und alles ist gut.
So ist das mit dem Wind. Wer ihn säht, kriegt ihn auch. Bei mir ist aber Windstille. Nicht mal Pusteblumen zersteuben sich. Nein, ich wehe erst wieder in München. Hier ist die Luft zu süß.
Dazwischen ziehe ich um und verabschiede mich von Bonn, das sich von der allerbesten Seite zeigt. Warm und schön und blühend. Vögel zwitschern, während vor Mirls Fenster Konstantin Wecker pfeife, bis sie rausschaut. Manchmal die bessere Art der Kommunikation als Telefon.
Morgen ist Weinkeller-Abschied, Montag ist Arbeitsabschied. Ich gehe gewiss mit einer Träne im Auge. Mindestens einer.
Friday, May 20, 2011
Mein persönliches Moria
Gestern Abend begegnete mir mein persönliches Moria. Aus reiner Dummheit stocherte ich Pippin-gleich in unbekannten Tiefen und weckte ein allesverschlingendes Monster, dem schließlich meine größte Stütze zum Opfer fiel.
Je nun, wollte ich gestern abend das Video machen und davor endlich, endlich ein Backup, weil ich von diesem meinem Computer noch nie ein Backup machen konnte, weil die Sicherungsfunktion von Windows einfach nicht funktionieren wollte. "Diesmal aber", dachte ich mir, "diesmal suche ich mir ein gutes Programm und dann geht das."
Mehr wollte ich an diesem Abend auch garnicht mehr machen, dafür früh schlafen, weil ich schon eine Irrfahrt hinter mir hatte. Als ich nämlich zwei Stunden vorher die Arbeit verlassen hatte, lag mein Schlüssel friedlich unbemerkt auf meinem Schreibtisch. Nun konnte ich weder Fahrrad fahren noch in mein Zimmer. Also musste ich wohl oder übel (eindeutig übel übrigens) wieder zurück. Leider ist ab achtzehn Uhr ist das DAAD - Gebäude verschlossen, und meine antizipierte Ankunftszeit lag bei 18 Uhr 10. Nun brauchte ich für meine Irrfahrt so oder so noch Gefährten brauchte, holte ich meine liebe Kollegin Corina mit ins Boot, die noch im Gebäude arbeitete. Treu erklärte sie sich sofort bereit, mir aufzumachen, und als ich dann angelangte, hielt sie mir mit einem Lächeln den Schlüssel entgegen.
Natürlich hätte ich es wissen müssen, dass dies nur die Einleitung war. Durfte Odysseus nach den Zyklopen wieder nach Hause? Oder Han Solo nach der Zerstörung des Todessterns (Nummer eins) friedlich weiter schmuggeln? Und Frodo? Durfte der wieder heim, nachdem er den Ring nach Bruchtal gebracht hatte?
Nun ich langte wieder im Goebenstift an und wusste, an diesem Tag würde ich nicht mehr nach Wohnungen in meiner Heimatstadt München suchen, denn genug war genug. Statt dessen wollte ich für einen reibungslosen Computer sorgen, der schnell und sauber arbeiten würde. Dazu hatte ich vorher schon die Registry gereinigt, die Platte partizioniert und wollte nun ein Backup machen, um danach auf Dublettenjagd zu gehen. (Dublettenjagd = Doppelte Dateien suchen lassen und löschen zum Platzsparen).
Ich startete den Backup-Vorgang, hatte eine Fehlermeldung, einen Bluescreen und garnichts mehr.
Beim Starten kam der Vaio-Bildschirm und danach sofort der Satz:
Da war er, mein Balrog. Mit all den üblen Anzeichen, die so ein Balrog mit sich bringt: vor dem Absturz die Fehlermeldung: "Back-up fehlgeschlagen", danach der eingefrorene Bildschirm, gefolgt von dem BlueScreen. Der Bluescreen, der böse, der nur auftaucht, wenn es ernst wird, wenn es sehr, sehr ernst wird. In weißer Schrift konnte ich gerade die Hälfte noch lesen und war unglaublich beruhigt als ich las, wie ich bei diesem schweren Ausnahmefehler agieren solle. "Flieh, du Närrin" stand da in diesen hellen, weißen Buchstaben auf dem schönen Blau. BlueScreen-Blau ist ein schönes Blau. Und dann stüzte er ab.
Wie die Gefährten trauerten, so trauerte ich und lief kopflos durchs Haus. Trank Tee, sprach mit Conrad. Conrad konnte auch nichts machen. Trank noch mehr Tee und telefonierte mit Schwager Peter. Peter sagte: "Klingt nach toter Festplatte" und erklärte sich bereit, am nächsten Tag die Hotline anzurufen. Dann sagte er noch: "Geh mal Bier trinken." Was sollte ich denn auch anderes machen - konnte ich nicht fernsehen, Musik hören, Emails schreiben, Blog schreiben, Geschichte schreiben, konnte ich doch sonst garnichts machen! Und immer wieder sagte der Laptop nur: "Operating system not found."
Ich, völlig ohne Sicherungen in Bonn! Keine Garantieunterlagen, keine Boot-CD, kein Ersatzcomputer. Garnichts. Oh weh mir, was sollte ich nur tun? Zwei Wochen bevor ich in Regensburg wieder wäre, und keine Ahnung ob meine CD-Roms mit Betriebssystem überhaupt etwas bringen würden! Hätte ich den Computer in einen Laden gegeben, wäre die Garantie flöten gegangen, hätte ich ihn eingeschickt, hätte ich Monate auf ihn verzichten müssen! Oh Tragik!
Ich ging und klagte David mein Leid. Fragte ihn nach einer bootfähigen CD. Nach der Predigt gab er mir eine. Und der Laptop laß sie. Er stand wieder auf aus dem Schatten.
Es war eine Vista-CD, für ein Laptop mit Windows 7. Egal! Soll die CD mal versuchen, zu reparieren! Mit dem Telefon in der Hand stand ich vor dem Bildschirm in meinem Kellerzimmer. Peter an der anderen Leitung begleitete jeden Klick. Immer schon bieten diese System-CD's die Möglichkeit zu sagen: Repariere statt installiere. Klick!
Und siehe, dieses kleine Signal, ausgelöst von einer CD für ein anderes Betriebssystem, nur dieser eine Klick weckte in den tiefsten Untiefen etwas, was da schlafend lag, ohne dass ich wusste, dass es da war, ohne dass ich es je gesehen hatte. Bei all meinen Durchforstungen der Festplatte auf Sinnvolles und Sinnloses bin ich nie darüber gestolpert. Wohl hatte ich davon gehört, aber das war schon lange, lange her. Es nannte sich Vaio-Wiederherstellungscenter und übernahm die Führung Momente nachdem die CD-Rom sich zur Reparatur begeben hatte. Ein Bildschirm kam und fragte mich höflich, was ich denn machen wollte. Dann überprüfte es für mich sechs Stunden lang die Hardware, fand keine Fehler, und installierte danach die Windows-Version frisch vom Werk. Seither ist der Laptop schneller als vorher. Fenster hängen nicht beim Öffnen. Sogar der Akku hält länger. Gereinigt aus der Tiefe wieder auferstanden. Weiß wo grau war. Zumindest scheint es so.
Nur die Daten sind weg. Aber warum nicht, Gandalf hat seine Gefährten anfangs auch nicht erkannt, und ich kann ihm sein Gedächntis ja wieder aufspielen (dem Computer, nciht dem Gandalf). Das habe ich nämlich doch gesichert, letzte Woche erst.
War ja klar, dass mein Heimweg nach München noch mit Opfern und Aufgaben gepflastert sein würde. Nun fürchte ich, dass es noch weiter gehen wird. Wer kennt schon Zweiteiler? Wo alle Geschichten zur Zeit mindestens zur Trilogie werden. Wie wird es weitergehen? Wird der Laptop weiter strahlen und mir beim Sieg kommender Schlachten helfen? Oder wird er sterben, unweigerlich, unwiederbringlich, nach einer letzten kurzen Zeit im Glanz. Ich weiß es nicht. Solange ich aber schreibe, besteht Hoffnung.
Je nun, wollte ich gestern abend das Video machen und davor endlich, endlich ein Backup, weil ich von diesem meinem Computer noch nie ein Backup machen konnte, weil die Sicherungsfunktion von Windows einfach nicht funktionieren wollte. "Diesmal aber", dachte ich mir, "diesmal suche ich mir ein gutes Programm und dann geht das."
Mehr wollte ich an diesem Abend auch garnicht mehr machen, dafür früh schlafen, weil ich schon eine Irrfahrt hinter mir hatte. Als ich nämlich zwei Stunden vorher die Arbeit verlassen hatte, lag mein Schlüssel friedlich unbemerkt auf meinem Schreibtisch. Nun konnte ich weder Fahrrad fahren noch in mein Zimmer. Also musste ich wohl oder übel (eindeutig übel übrigens) wieder zurück. Leider ist ab achtzehn Uhr ist das DAAD - Gebäude verschlossen, und meine antizipierte Ankunftszeit lag bei 18 Uhr 10. Nun brauchte ich für meine Irrfahrt so oder so noch Gefährten brauchte, holte ich meine liebe Kollegin Corina mit ins Boot, die noch im Gebäude arbeitete. Treu erklärte sie sich sofort bereit, mir aufzumachen, und als ich dann angelangte, hielt sie mir mit einem Lächeln den Schlüssel entgegen.
Natürlich hätte ich es wissen müssen, dass dies nur die Einleitung war. Durfte Odysseus nach den Zyklopen wieder nach Hause? Oder Han Solo nach der Zerstörung des Todessterns (Nummer eins) friedlich weiter schmuggeln? Und Frodo? Durfte der wieder heim, nachdem er den Ring nach Bruchtal gebracht hatte?
Nun ich langte wieder im Goebenstift an und wusste, an diesem Tag würde ich nicht mehr nach Wohnungen in meiner Heimatstadt München suchen, denn genug war genug. Statt dessen wollte ich für einen reibungslosen Computer sorgen, der schnell und sauber arbeiten würde. Dazu hatte ich vorher schon die Registry gereinigt, die Platte partizioniert und wollte nun ein Backup machen, um danach auf Dublettenjagd zu gehen. (Dublettenjagd = Doppelte Dateien suchen lassen und löschen zum Platzsparen).
Ich startete den Backup-Vorgang, hatte eine Fehlermeldung, einen Bluescreen und garnichts mehr.
Beim Starten kam der Vaio-Bildschirm und danach sofort der Satz:
Operating System not found.
Da war er, mein Balrog. Mit all den üblen Anzeichen, die so ein Balrog mit sich bringt: vor dem Absturz die Fehlermeldung: "Back-up fehlgeschlagen", danach der eingefrorene Bildschirm, gefolgt von dem BlueScreen. Der Bluescreen, der böse, der nur auftaucht, wenn es ernst wird, wenn es sehr, sehr ernst wird. In weißer Schrift konnte ich gerade die Hälfte noch lesen und war unglaublich beruhigt als ich las, wie ich bei diesem schweren Ausnahmefehler agieren solle. "Flieh, du Närrin" stand da in diesen hellen, weißen Buchstaben auf dem schönen Blau. BlueScreen-Blau ist ein schönes Blau. Und dann stüzte er ab.
Wie die Gefährten trauerten, so trauerte ich und lief kopflos durchs Haus. Trank Tee, sprach mit Conrad. Conrad konnte auch nichts machen. Trank noch mehr Tee und telefonierte mit Schwager Peter. Peter sagte: "Klingt nach toter Festplatte" und erklärte sich bereit, am nächsten Tag die Hotline anzurufen. Dann sagte er noch: "Geh mal Bier trinken." Was sollte ich denn auch anderes machen - konnte ich nicht fernsehen, Musik hören, Emails schreiben, Blog schreiben, Geschichte schreiben, konnte ich doch sonst garnichts machen! Und immer wieder sagte der Laptop nur: "Operating system not found."
Ich, völlig ohne Sicherungen in Bonn! Keine Garantieunterlagen, keine Boot-CD, kein Ersatzcomputer. Garnichts. Oh weh mir, was sollte ich nur tun? Zwei Wochen bevor ich in Regensburg wieder wäre, und keine Ahnung ob meine CD-Roms mit Betriebssystem überhaupt etwas bringen würden! Hätte ich den Computer in einen Laden gegeben, wäre die Garantie flöten gegangen, hätte ich ihn eingeschickt, hätte ich Monate auf ihn verzichten müssen! Oh Tragik!
Ich ging und klagte David mein Leid. Fragte ihn nach einer bootfähigen CD. Nach der Predigt gab er mir eine. Und der Laptop laß sie. Er stand wieder auf aus dem Schatten.
Es war eine Vista-CD, für ein Laptop mit Windows 7. Egal! Soll die CD mal versuchen, zu reparieren! Mit dem Telefon in der Hand stand ich vor dem Bildschirm in meinem Kellerzimmer. Peter an der anderen Leitung begleitete jeden Klick. Immer schon bieten diese System-CD's die Möglichkeit zu sagen: Repariere statt installiere. Klick!
Und siehe, dieses kleine Signal, ausgelöst von einer CD für ein anderes Betriebssystem, nur dieser eine Klick weckte in den tiefsten Untiefen etwas, was da schlafend lag, ohne dass ich wusste, dass es da war, ohne dass ich es je gesehen hatte. Bei all meinen Durchforstungen der Festplatte auf Sinnvolles und Sinnloses bin ich nie darüber gestolpert. Wohl hatte ich davon gehört, aber das war schon lange, lange her. Es nannte sich Vaio-Wiederherstellungscenter und übernahm die Führung Momente nachdem die CD-Rom sich zur Reparatur begeben hatte. Ein Bildschirm kam und fragte mich höflich, was ich denn machen wollte. Dann überprüfte es für mich sechs Stunden lang die Hardware, fand keine Fehler, und installierte danach die Windows-Version frisch vom Werk. Seither ist der Laptop schneller als vorher. Fenster hängen nicht beim Öffnen. Sogar der Akku hält länger. Gereinigt aus der Tiefe wieder auferstanden. Weiß wo grau war. Zumindest scheint es so.
Nur die Daten sind weg. Aber warum nicht, Gandalf hat seine Gefährten anfangs auch nicht erkannt, und ich kann ihm sein Gedächntis ja wieder aufspielen (dem Computer, nciht dem Gandalf). Das habe ich nämlich doch gesichert, letzte Woche erst.
War ja klar, dass mein Heimweg nach München noch mit Opfern und Aufgaben gepflastert sein würde. Nun fürchte ich, dass es noch weiter gehen wird. Wer kennt schon Zweiteiler? Wo alle Geschichten zur Zeit mindestens zur Trilogie werden. Wie wird es weitergehen? Wird der Laptop weiter strahlen und mir beim Sieg kommender Schlachten helfen? Oder wird er sterben, unweigerlich, unwiederbringlich, nach einer letzten kurzen Zeit im Glanz. Ich weiß es nicht. Solange ich aber schreibe, besteht Hoffnung.
Tuesday, May 17, 2011
Back to you
Die Tinte ist trocken, es ist also wahr: Ich darf zurück nach München!
Erstaunlich, erstaunlich, wie sich alles findet. Vor einem Jahr dachte ich noch ich bliebe in Regensburg und würde klein klein arbeiten und so.
Statt dessen ging es nach Bonn, beinahe nach Kairo, und bald - bald, schon so bald, hurra! - nach München.
Bonn ist ja wirklich schön. Eigentlich müsste es kleinbürgerlich sein mit seinen süßen Häuschen und vielen Blumen und so, aber es ist durch Deutsche Welle, Post-Tower, DAAD, Oxfam, Ministerien, GIZ und und und, durch all die Organisationen ist es unglaublich international. Überall in der Stadt hört man Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch - nur relativ wenig türkisch erstaunlicherweise :)
In der Arbeit haben wir derzeit einen kanadischen Praktikanten namens Oliver, der dafür sorgt, dass ich selber den ganzen Tag nur noch Englisch spreche. Fantastisch - ich fang schon an zu denken auf Englisch. (Anbei merkt man, dass sich mein Satzbau im Deutschen dem Englischen anpasst: "I even started thinking in English" should be: "Ich fange schon an, auf Englisch zu denken", im Gegensatz dem was ich gerade geschrieben habe.)
So eine schöne Stadt. Völlig egal, was noch passiert, nichts kann mir Bonn mehr verderben. Vorletztes Wochenende war Rhein in Flammen, letztes Wochenende war chillen und ganz viel Geschichte schreiben.
Und jetzt geht es wieder nach München zur PLU GmbH - Projektassistenz-Traineeship auf Managementniveau, viel reisen, viel arbeiten, und alles sehr professionell.
Leider macht mich das alles zu einem schlechten Blogschreiber. Die Vorbereitung von München zieht viel Zeit, die Arbeit beim DAAD auch, und wenn ich mal zum schreiben komme, schreib ich die Fanfiction weiter, die inzwischen 25 Seiten hat. Eigentlich müsste jetzt hier stehen: "und kein Ende nimmt." Aber ich habe das Ende schon geschrieben, das Problem ist, dahin zu kommen. Es gibt also eine Lücke zwischen Hauptteil und Ende.
Wie dem auch sei, gerne und viel lieber kommuniziere ich derzeit direkt und einzeln mit meinen Lieben, also wird dies wohl für ein Weilchen der letzte Eintrag gewesen sein. In München werde ich sicher wieder mehr Inspiration haben, und das ist ab Mitte Juni.
Als Widmung für meine Heimatstadt noch das Lied das ich im Kopf habe, seit ich weiß, dass ich zurück darf:
Aber dank Copyright Gedöns kann ich es nicht einspeisen. Muah. Also doch bald noch ein Eintrag, wenn ich das Lied in ein Video verwandelt habe, hochgeladen und dann hier verlinkt...
Auf jeden Fall freu ich mich auf München!
Erstaunlich, erstaunlich, wie sich alles findet. Vor einem Jahr dachte ich noch ich bliebe in Regensburg und würde klein klein arbeiten und so.
Statt dessen ging es nach Bonn, beinahe nach Kairo, und bald - bald, schon so bald, hurra! - nach München.
Bonn ist ja wirklich schön. Eigentlich müsste es kleinbürgerlich sein mit seinen süßen Häuschen und vielen Blumen und so, aber es ist durch Deutsche Welle, Post-Tower, DAAD, Oxfam, Ministerien, GIZ und und und, durch all die Organisationen ist es unglaublich international. Überall in der Stadt hört man Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch - nur relativ wenig türkisch erstaunlicherweise :)
In der Arbeit haben wir derzeit einen kanadischen Praktikanten namens Oliver, der dafür sorgt, dass ich selber den ganzen Tag nur noch Englisch spreche. Fantastisch - ich fang schon an zu denken auf Englisch. (Anbei merkt man, dass sich mein Satzbau im Deutschen dem Englischen anpasst: "I even started thinking in English" should be: "Ich fange schon an, auf Englisch zu denken", im Gegensatz dem was ich gerade geschrieben habe.)
So eine schöne Stadt. Völlig egal, was noch passiert, nichts kann mir Bonn mehr verderben. Vorletztes Wochenende war Rhein in Flammen, letztes Wochenende war chillen und ganz viel Geschichte schreiben.
Und jetzt geht es wieder nach München zur PLU GmbH - Projektassistenz-Traineeship auf Managementniveau, viel reisen, viel arbeiten, und alles sehr professionell.
Leider macht mich das alles zu einem schlechten Blogschreiber. Die Vorbereitung von München zieht viel Zeit, die Arbeit beim DAAD auch, und wenn ich mal zum schreiben komme, schreib ich die Fanfiction weiter, die inzwischen 25 Seiten hat. Eigentlich müsste jetzt hier stehen: "und kein Ende nimmt." Aber ich habe das Ende schon geschrieben, das Problem ist, dahin zu kommen. Es gibt also eine Lücke zwischen Hauptteil und Ende.
Wie dem auch sei, gerne und viel lieber kommuniziere ich derzeit direkt und einzeln mit meinen Lieben, also wird dies wohl für ein Weilchen der letzte Eintrag gewesen sein. In München werde ich sicher wieder mehr Inspiration haben, und das ist ab Mitte Juni.
Als Widmung für meine Heimatstadt noch das Lied das ich im Kopf habe, seit ich weiß, dass ich zurück darf:
Aber dank Copyright Gedöns kann ich es nicht einspeisen. Muah. Also doch bald noch ein Eintrag, wenn ich das Lied in ein Video verwandelt habe, hochgeladen und dann hier verlinkt...
Auf jeden Fall freu ich mich auf München!
Saturday, May 7, 2011
Nun also erster Stock
Da eine Theologie-Dozentin dies Wochenende in Bonn irgendwas machen will, gab ich das Gästezimmer frei und gästige nun in Raika's Raum. Dieser jenige welche ist im ersten Stock. Gelebt habe ich hier tatsächlich noch nie. Sein tu ich hier ständig. Der erste Stock hat die große Gemeinschaftsküche und die Spülmaschine. In eben jeniger Küche findet man daher auch immer mindestens ein nettes Leut zum reden, Teetrinken und ähnliches. Außer um sieben Uhr morgen an einem Samstag.
Heute ist Samstag und ich war vor einer viertel Stunde in der Küche. Jetzt ist es sieben Uhr fünfzehn.
Um sieben Uhr morgens also, an diesem Samstag, saß ich mutterseelenallein in der Küche und trank meinen Tee. Draußen schien schon die Sonne. Mich umgaben Vogelgezwitscher und Kirchengeläut von draußen und zwei Uhren in der Küche. Eine Uhr war analog, die andere digital. Der Sekundenzeiger der Analogen schritt von Sekunde zu Sekunde mit einem Knirschen wie ein Soldat im Kies. Die Leuchtanzeige der Digitalen blinkte dazu im Sekundentakt. Von 5:54 bis 5:58 brannte sich ihre neonrote Schrift auf meine Netzhaut. 240 Sekunden lang konnte ich nicht wegschauen. Schließlich war ich überzeugt: das Zimmer ist spiegelverkehrt, nur sie ist richtig.
Danach war mein Tee gezogen. So konnte ich wieder wegschauen. Ich warf den Teebeutel in den Müll, nahm die Tasse und ging. Keine der beiden Uhren hat mich zum Bleiben bewegen können. Sie gehen beide falsch.
Erzähl mir deine Tante
Ob das alles wohl damit zusammenhängt, dass Matthew gestern im Südbahnhof spielte? Ich weiß es nicht. Meine Pünktlichkeit machte mich zumindest zum effektiv einzigen weiblichen Groupie. Als ich ankam pünktlich um zwanzig nach acht zu einem Konzert, das um acht beginnen sollte, war Matthew der einzige, den ich kannte. Er bat mich, mich ihm gegenüber zu setzen, und so setzte ich mich zur Band, die gerade noch Frikadellen und Würstchen aß. Es war zwar noch ein Mädchen da, aber zählt man als Groupie, wenn man mit dem Bassisten schläft? Ich weiß ja nicht. Mich haben sie damals nicht als Groupie gezählt. Eher als Bassi.
Immerhin kam dann irgendwann John. Er setzte sich kurz an den Groupie-Tisch, verschwand dann aber wieder. Danach kam David, der es garnicht bis vor die Bühne schaffte, sondern auf halber Strecke am Kicker hängen blieb. Irgendwann kamen dann auch Mirl und Nicholas, und blieben noch weiter vorne hängen. Derweil spielte die Band übrigens schon ne Stunde. Sie hatten tatsächlich direkt nach der Frikadelle angefangen. Da hielt mich dann aber auch die Musik nicht mehr vorne in der ersten Reihe, wo der Groupietisch war, und ich ging hinter, weit hinter den Kicker und trank mit Mirl, Samame und John, dessen Vater Pressesprecher einer Militärorganisation in einem vom Krieg beherrschten Land wird, mit denen trank ich noch Bier, bis ich heimging. Wie das in guten Unterhaltungen so ist, weiß ich jetzt nicht mehr genau, in welchem Zusammenhang "erzähl mir deine Tante" das erste mal fiel. Aber der Spruch hat dermaßen Charakter, dass wir ihn uns danach recht häufig an den Kopf warfen. Er passt hinter Sätze wie "Du denkst wohl auch, du hättest im Lotto gewonnen, oder?" oder "DU hast deine Hausarbeit pünktlich abgegeben?" oder "dann hat er mich allein da stehen lassen, mitten in der Nacht" oder "ich bring dich nach Hause, wenn du betrunken bist, und du erzählst mir währenddessen schön deine Tante." Bis auf den letzten Satz waren alle Beispiele übrigens erfunden, und heimgebracht werden musste dann auch keiner. Wir blieben doch bei Bier, obwohl die Longdrinks so günstig waren. Erzähl mir deine Tante.
Grund zur Verspätung
Ja, die Verspätung von Mirl und Nicholas an diesem Abend kann man verstehen, wenn man wusste, was sie im Kühlschrank hatten. Sie konnten sich nicht entscheiden, was sie essen sollten, und dann haben sie lukullisch ein bißchen Sushi genossen. Beide hatten am Abend vorher groß gekocht, was ich genießen durfte, weil ich geladen war mit einer Flasche Wein. Zusammen, denn ich half schneiden, zusammen kochten wir also eine Spargelquiche mit Schinken für heute (=Samstag), Sushi mit Rettich, Rind, Omlett und Gelberüben für irgendwann, und schließlich gab es noch Nudeln mit Chilie von gestern, Salat, Koriander und Sauerrahm zum gleich essen. Zwischen kochen, essen und weiterkochen saßen wir immer wieder mal auf der Plattform zur Feuerleiter vor dem Küchenfenster. Von dort hat man eine fantastische Sicht auf den Garten. Um sieben, halb acht abends steht die Sonne außerdem gerade so, dass man noch Licht hat auf der Plattform, bevor die Sonne langsam hinter der Birke im Nachbarsgarten verschwindet. Dies ist ein Ort für so Bücher, die man richtig gerne ließt. Irgendwann verzieh ich mich auch noch da hin in einem stillen Moment mit meinem Buch. Nur werd ich mich vielleicht besser festbinden um nicht zwischen den relativ weiten Geländerstangen durch acht Meter tief in den Garten zu fallen. Vielleicht setz ich mich auch einfach aufs Dach. Mal sehen.
Da eine Theologie-Dozentin dies Wochenende in Bonn irgendwas machen will, gab ich das Gästezimmer frei und gästige nun in Raika's Raum. Dieser jenige welche ist im ersten Stock. Gelebt habe ich hier tatsächlich noch nie. Sein tu ich hier ständig. Der erste Stock hat die große Gemeinschaftsküche und die Spülmaschine. In eben jeniger Küche findet man daher auch immer mindestens ein nettes Leut zum reden, Teetrinken und ähnliches. Außer um sieben Uhr morgen an einem Samstag.
Heute ist Samstag und ich war vor einer viertel Stunde in der Küche. Jetzt ist es sieben Uhr fünfzehn.
Um sieben Uhr morgens also, an diesem Samstag, saß ich mutterseelenallein in der Küche und trank meinen Tee. Draußen schien schon die Sonne. Mich umgaben Vogelgezwitscher und Kirchengeläut von draußen und zwei Uhren in der Küche. Eine Uhr war analog, die andere digital. Der Sekundenzeiger der Analogen schritt von Sekunde zu Sekunde mit einem Knirschen wie ein Soldat im Kies. Die Leuchtanzeige der Digitalen blinkte dazu im Sekundentakt. Von 5:54 bis 5:58 brannte sich ihre neonrote Schrift auf meine Netzhaut. 240 Sekunden lang konnte ich nicht wegschauen. Schließlich war ich überzeugt: das Zimmer ist spiegelverkehrt, nur sie ist richtig.
Danach war mein Tee gezogen. So konnte ich wieder wegschauen. Ich warf den Teebeutel in den Müll, nahm die Tasse und ging. Keine der beiden Uhren hat mich zum Bleiben bewegen können. Sie gehen beide falsch.
Erzähl mir deine Tante
Ob das alles wohl damit zusammenhängt, dass Matthew gestern im Südbahnhof spielte? Ich weiß es nicht. Meine Pünktlichkeit machte mich zumindest zum effektiv einzigen weiblichen Groupie. Als ich ankam pünktlich um zwanzig nach acht zu einem Konzert, das um acht beginnen sollte, war Matthew der einzige, den ich kannte. Er bat mich, mich ihm gegenüber zu setzen, und so setzte ich mich zur Band, die gerade noch Frikadellen und Würstchen aß. Es war zwar noch ein Mädchen da, aber zählt man als Groupie, wenn man mit dem Bassisten schläft? Ich weiß ja nicht. Mich haben sie damals nicht als Groupie gezählt. Eher als Bassi.
Immerhin kam dann irgendwann John. Er setzte sich kurz an den Groupie-Tisch, verschwand dann aber wieder. Danach kam David, der es garnicht bis vor die Bühne schaffte, sondern auf halber Strecke am Kicker hängen blieb. Irgendwann kamen dann auch Mirl und Nicholas, und blieben noch weiter vorne hängen. Derweil spielte die Band übrigens schon ne Stunde. Sie hatten tatsächlich direkt nach der Frikadelle angefangen. Da hielt mich dann aber auch die Musik nicht mehr vorne in der ersten Reihe, wo der Groupietisch war, und ich ging hinter, weit hinter den Kicker und trank mit Mirl, Samame und John, dessen Vater Pressesprecher einer Militärorganisation in einem vom Krieg beherrschten Land wird, mit denen trank ich noch Bier, bis ich heimging. Wie das in guten Unterhaltungen so ist, weiß ich jetzt nicht mehr genau, in welchem Zusammenhang "erzähl mir deine Tante" das erste mal fiel. Aber der Spruch hat dermaßen Charakter, dass wir ihn uns danach recht häufig an den Kopf warfen. Er passt hinter Sätze wie "Du denkst wohl auch, du hättest im Lotto gewonnen, oder?" oder "DU hast deine Hausarbeit pünktlich abgegeben?" oder "dann hat er mich allein da stehen lassen, mitten in der Nacht" oder "ich bring dich nach Hause, wenn du betrunken bist, und du erzählst mir währenddessen schön deine Tante." Bis auf den letzten Satz waren alle Beispiele übrigens erfunden, und heimgebracht werden musste dann auch keiner. Wir blieben doch bei Bier, obwohl die Longdrinks so günstig waren. Erzähl mir deine Tante.
Grund zur Verspätung
Ja, die Verspätung von Mirl und Nicholas an diesem Abend kann man verstehen, wenn man wusste, was sie im Kühlschrank hatten. Sie konnten sich nicht entscheiden, was sie essen sollten, und dann haben sie lukullisch ein bißchen Sushi genossen. Beide hatten am Abend vorher groß gekocht, was ich genießen durfte, weil ich geladen war mit einer Flasche Wein. Zusammen, denn ich half schneiden, zusammen kochten wir also eine Spargelquiche mit Schinken für heute (=Samstag), Sushi mit Rettich, Rind, Omlett und Gelberüben für irgendwann, und schließlich gab es noch Nudeln mit Chilie von gestern, Salat, Koriander und Sauerrahm zum gleich essen. Zwischen kochen, essen und weiterkochen saßen wir immer wieder mal auf der Plattform zur Feuerleiter vor dem Küchenfenster. Von dort hat man eine fantastische Sicht auf den Garten. Um sieben, halb acht abends steht die Sonne außerdem gerade so, dass man noch Licht hat auf der Plattform, bevor die Sonne langsam hinter der Birke im Nachbarsgarten verschwindet. Dies ist ein Ort für so Bücher, die man richtig gerne ließt. Irgendwann verzieh ich mich auch noch da hin in einem stillen Moment mit meinem Buch. Nur werd ich mich vielleicht besser festbinden um nicht zwischen den relativ weiten Geländerstangen durch acht Meter tief in den Garten zu fallen. Vielleicht setz ich mich auch einfach aufs Dach. Mal sehen.
Thursday, May 5, 2011
Eine Frau, ein Fahrrad
"Füller, Fahrrad und Frau verleiht man nicht," sagte mein Kunstlehrer selig, und der musste es wissen, hatte er doch aller deren drei in bester Verfassung. Mirl ist das wurscht. Gut, Mirl ist nun auch eine Frau und wird demnach nicht verliehen, vielleicht gilt daher die Regel nicht für sie. Zumindest lieh sie mir heute ohne großes Aufsehen ihr Fahrrad, ja, sie forderte mich sogar auf, es zu nehmen, um ins Billa-Bonn zu fahren, wo sie waren für die Theologen-Kneipen-Tour, damit ich mit ihnen etwas feiern konnte, was ich nicht erzählen kann, weil die Tinte noch nicht trocken ist. Womit wir wieder bei Füllern wären, aber davon mehr, wenn die Tinte trocken ist. Heute zu Fahrrädern.
Mirls Fahrrad entspricht ihr in vielerlei Hinsicht: unkonventionell und genau richtig. Die Lenkung vibiriert, wenn man langsam fährt, der Sattel klappt nach hinten wie ein sich aufbäumendes Pferd, wenn man zu weit zurück rutscht und die Bremsen gehen erst an, wenn man richtig kräftig zulangt. Aber die Schutzbleche röhren beim Treten so laut, dass einen die Gruppe, die einen beim fahren begleitet, immer hört, wenn man zurückfällt, und die Ein-Gang-Schaltung verhindert, dass man schnurstracks in LKWs düst. Mit einem festen Griff ist dieses Fahrrad in einer Stadt wie Bonn bombenrichtig, weil da eh alles nicht weit entfernt ist, und es ist absolut verkehrstauglich. Dank seinen vielen Katzenaugen ist es wahrscheinlich sogar verkehrstauglicher als so manches Mountainbike. Mirl hat einen festen Griff - also was will man mehr?
Dass ich heute außerdem ein verkehrstauglicher Fahrer war, lag allein dran, dass man im Billa-Bonn auf die Order "ein Helles bitte" als Bayer echt eine Überraschung erlebt.
Ich laufe ins Billa-Bonn nach freudiger Hinfahrt, bestelle eben jenes und frage mich in freudiger Erwartung, was es denn werden wird - ein Augustiner? (ja, das hätte ich in doppelter Ausführung genommen!) Ein Paulaner, Hacker, Spaten? Eines aus einer kleinen Brauerei? Ein Andechser, Weltenburger (ja, ja!), oder gar ein Thurn und Taxis (nein!) oder ein Graf Arco, benannt nach diesem Feigling, der Kurt Eisner umgebracht hat? (NEIN!)
Aber ne, man kriegt ein Weißbier. Ein Weißbier! Da bestellt man ein Helles und kriegt ein Weißbier! Als ich meinen Begleitern meine Ungunst kund tat, fragten sie mich doch glatt, wie denn Bier in Bayern dann heißt, und ich konnte nichts entgegnen außer: "Ja Helles halt." Denn Helles ist eine Biersorte wie Kölsch, Alt und eben Weißbier - was soll ich dazu sagen? Und was soll ich überhaupt sagen, wenn diese Kneipe an diesem Tag auch noch ein Schild aufstellt, auf dem mit einem bayerischen Abend geworben wird? Auf Nachfrage hatten sie dann überhaupt kein Helles. Eine herbe Enttäuschung. (Im doppelten Sinn).
Auch enttäuschend war die Nachfrage nach dem T-Shirt. Letztens in München sah ich tatsächlich jemanden mit einem Billa-Bonn T-Shirt. Erfolgreich wie Werbung manchmal ist, dachte ich sofort: Da muss ich doch mal hin. Aber siehe, als ich dann da war und mich dem Barkeeper selbst als Werbefläche anbot, wenn er mir nur ein T-Shirt schenken würde, sagte er mir, die gäbe es garnicht. Das sei wohl ein sehr altes T-Shirt gewesen, dass an den Fußballverein gegangen sei, den das Billa-Bonn sponsort. Aber sicher nicht in den letzten Jahren, wo er selbst Mitglied gewesen sei, und kein T-Shirt gesehen hätte, jemals. Daher muss ich leider sagen, und es tut mir weh in der Seele, leider muss ich sagen: das Billa-Bonn war eine Enttäuschung.
Gut, dass ich Mirl, Nicholas, Benni und andere dort traf, und gut, dass ich mit Mirls Fahrrad soeben wieder zurückfahren durfte. Da weiß man doch, was man hat!
Mirls Fahrrad entspricht ihr in vielerlei Hinsicht: unkonventionell und genau richtig. Die Lenkung vibiriert, wenn man langsam fährt, der Sattel klappt nach hinten wie ein sich aufbäumendes Pferd, wenn man zu weit zurück rutscht und die Bremsen gehen erst an, wenn man richtig kräftig zulangt. Aber die Schutzbleche röhren beim Treten so laut, dass einen die Gruppe, die einen beim fahren begleitet, immer hört, wenn man zurückfällt, und die Ein-Gang-Schaltung verhindert, dass man schnurstracks in LKWs düst. Mit einem festen Griff ist dieses Fahrrad in einer Stadt wie Bonn bombenrichtig, weil da eh alles nicht weit entfernt ist, und es ist absolut verkehrstauglich. Dank seinen vielen Katzenaugen ist es wahrscheinlich sogar verkehrstauglicher als so manches Mountainbike. Mirl hat einen festen Griff - also was will man mehr?
Dass ich heute außerdem ein verkehrstauglicher Fahrer war, lag allein dran, dass man im Billa-Bonn auf die Order "ein Helles bitte" als Bayer echt eine Überraschung erlebt.
Ich laufe ins Billa-Bonn nach freudiger Hinfahrt, bestelle eben jenes und frage mich in freudiger Erwartung, was es denn werden wird - ein Augustiner? (ja, das hätte ich in doppelter Ausführung genommen!) Ein Paulaner, Hacker, Spaten? Eines aus einer kleinen Brauerei? Ein Andechser, Weltenburger (ja, ja!), oder gar ein Thurn und Taxis (nein!) oder ein Graf Arco, benannt nach diesem Feigling, der Kurt Eisner umgebracht hat? (NEIN!)
Aber ne, man kriegt ein Weißbier. Ein Weißbier! Da bestellt man ein Helles und kriegt ein Weißbier! Als ich meinen Begleitern meine Ungunst kund tat, fragten sie mich doch glatt, wie denn Bier in Bayern dann heißt, und ich konnte nichts entgegnen außer: "Ja Helles halt." Denn Helles ist eine Biersorte wie Kölsch, Alt und eben Weißbier - was soll ich dazu sagen? Und was soll ich überhaupt sagen, wenn diese Kneipe an diesem Tag auch noch ein Schild aufstellt, auf dem mit einem bayerischen Abend geworben wird? Auf Nachfrage hatten sie dann überhaupt kein Helles. Eine herbe Enttäuschung. (Im doppelten Sinn).
Auch enttäuschend war die Nachfrage nach dem T-Shirt. Letztens in München sah ich tatsächlich jemanden mit einem Billa-Bonn T-Shirt. Erfolgreich wie Werbung manchmal ist, dachte ich sofort: Da muss ich doch mal hin. Aber siehe, als ich dann da war und mich dem Barkeeper selbst als Werbefläche anbot, wenn er mir nur ein T-Shirt schenken würde, sagte er mir, die gäbe es garnicht. Das sei wohl ein sehr altes T-Shirt gewesen, dass an den Fußballverein gegangen sei, den das Billa-Bonn sponsort. Aber sicher nicht in den letzten Jahren, wo er selbst Mitglied gewesen sei, und kein T-Shirt gesehen hätte, jemals. Daher muss ich leider sagen, und es tut mir weh in der Seele, leider muss ich sagen: das Billa-Bonn war eine Enttäuschung.
Gut, dass ich Mirl, Nicholas, Benni und andere dort traf, und gut, dass ich mit Mirls Fahrrad soeben wieder zurückfahren durfte. Da weiß man doch, was man hat!
Thursday, April 28, 2011
Ein lehrreicher Text über Fehler und Wind, bei dem endlich sehr viel erklärt wird
Nun, dieser letzte Blogeintag war sicherlich etwas kurz, vor allem deshalb, weil ich noch nichts über Lektionen im Tantensein schrieb oder überden Mistral. Beides fatale Fehler.
Die Lektion im Tantensein erster Teil lehrte mich Ostersonntag meine Nichte. Sie lief davon. Ja, sie tut sowas. Ich lief natürlich hinterhr und voll in den Sandkasten. Mit ihr. Und meinen neuen weißen Schuhen. Noch ein fataler Fehler. Letzten Endes waren dann auch meine Feinstrümpfe innen voller Sand, was ich allerhand finde, schließlich ist es grober Sand. Wenn ich jetzt in Saudiarabien in der Wüste wäre, meinetwegen, das ist feiner Sand, aber da war ich ja garnicht, und auch nicht meine Feinstrümpfe. Soviel zu irreführenden Namen. Die Lektion heißt ganz eindeutig: Nicht mit neuen weißen Schuhen in einen Sandkasten.
Die Lektion im Tantesein zweiter Teil lehrte mich heute auch meine Nichte. Sie lief wieder davon. In der Stadt ist das aber ein Stückchen gefährlicher als im Sandkasten. Allerdings passte ich meine Reaktion der Situation nicht an und lief wieder hinterher. Ungefähr dreißig Minuten in gebückter Haltung, die Hände immer so schräg über ihrem Kopf, dass sie sich selbigen nicht anhauen konnte und ich sofort zugreifen könne, falls sie spontan auf die Idee kommt, links abzubiegen und in den nächsten schlechtgelaunten Münchner zu laufen. Oder ein Auto.
Kinder, die gerade laufen können, tun das wirklich gern und scheren sich um alles andere herzlich wenig, zum Beispiel um Ecken auf Kopfhöhe, Fahrradfahrer und alles andere außer Mama. Diese Lektion heißt: Manchmal ist Tragen leichter.
Nun aber zum Mistral.
Der Mistral ist die Erklärung dafür, dass Inge letzte Woche Nichtgeburtstag hatte, während alle dachten, sie hätte Geburtstag.
Eigentlich ist die Geschichte ganz einfach: Inge wollte zum Geburtstag reinfeiern am vergangenen Dienstag. Bei einer Freundin. Die Freundin ging aber unter im Gespräch. Daher dachte der Salamander, sie habe selbst Geburtstag (die Inge, nicht die Freundin, die Freundin hatte ja Geburtstag, aber sie war ja nicht im Gespräch, weil sie ja unter ging). Dennoch taten mehrere Salamander wohl ähnliches wie ich und schrieben ihr verschiedenes zum Wiegenfeste (das sie ja garnicht hatte, sondern die Freundin). Sie klärte elektronisch auf über diesen fatalen Fehler, und ich schämte mich und wusste nicht recht ein noch aus. Also schrieb ich ihr eine Email voller Mist. Deren Wortlaut lautete wie folgt:
"Mist.
[wegen dem ganzen Geburtstagsunfug, die Autorin]
Und ich schreib auch noch [in einer anderen Email, die Autorin]: Willst du dir das nicht noch mal überlegen mit dem Geburtstag?
Doppelmist.
Was mach ich denn jetzt mit dem Blogeintrag? Entweder ich poste ihn an deinem echten Geburtstag nochmal oder ich mach was anderes. Allerdings weiß ich deinen echten Geburstag nicht.
Dreifachmist.
Anbei schlage ich vor, dass du ab heute heute Geburtstag ehrenhalber hast. Kannst du in deinen Pass eintragen lassen als: Geb. h.c.: 20.04.1984 oder 2011. Bleibt dir überlassen.
Darüber sollten wir bei der nächsten Sondersitzung demokratisch abstimmen. Ich erwarte den Privatjet.
Vierfachmist. [Weil der noch nicht existiert, der Jet, die Autorin] "
Daraufhin wusste Inge sofort, woher der Wind wehte und antwortete Folgendes:
"Mistral ist das Zauberwort, soeben ist es mir eingefallen und dann habe ich auch endlich herausgefunden, dass wir in einem Abenteuerroman für Kinder leben. Es war alles nur eine stürmische Verwehung und wenn wir unsere Haare wieder in Ordnung gebracht haben, ist er auch schon wieder vorbei, der starke, kalte Nordföhn. Ach ja, wir sind im Rhônetal, was auch unser Orts-Distanz-Problem löst. Wir sind alle im Rhônetal, sonst hätten wir ihn ja nicht zu spüren bekommen, den Mistral."
Mistral ist, wie Wikipedia weiß, ein Wind im Rhonetal, der so stark und häufig weht, dass sich sogar die Bäume nach ihm richten und mit seiner Wehrichtung wachsen. Das sind dann Windflüchter. Klingt irgendwie verkrüpelt und ängstlich, diese Bäume, die sogar vor dem Wind flüchten. Ziemlich unpraktisch als Baum auch, so festgewachsen und abhängig von Luft. Windflüchter, die Memmen unter den Bäumen. Wobei der Mistral es schon in sich hat. Macht Nichtgeburtstagskinder zu Geburtstagskindern und alle glauben es.
Auch hier gibt es eine Lektion zu lernen, und erinnert euch gut daran, denn häufig noch werdet ihr gefragt werden nach und wohl auch selbst fragen nach dem Zauberwort: Es lautet MISTRAL. Mistral.
Jetzt wisst ihr, was Inge dazu gesagt hat. In ihrem Kopf würde ich mich glaube ich wohl fühlen. Wenn ich immer so eine Stimme im Kopf hätte, die mir zuflüsterte: "wir sind in einem Abenteuerroman für Kinder," dann wäre ich glaube ich sehr beruhigt. Meine Stimme flüstert mir nur Sandwortspiele ein. Ich will ihr zurufen: "Mit Worten spielt man nicht," aber dann macht sie vielleicht Witze, bis ich über das anfängliche, willkürlich gesetzte Maß komme, bei dem ich irgendwas versprochen habe. Das habe ich mir aber noch nicht ausgedacht, und so graut mir vor dem Tag, an dem ich es in die Tat umsetzen muss. Weil ich ja noch nichts habe! Für mich wird es somit auch wirklich eine Überraschung sein, aber ihr, die ihr Zeit hattet, euch zu überlegen, was es denn sein könnte, ihr werdet vielleicht gar enttäuscht seid.
Um die Stimme also zum Schweigen zu bringen hätte ich beinahe eine Latte Nocciola gekauft, die unvermittelt und in Tetrapacks im Penny vor mir auftauchte. Latte Nocciola ist einfach Caffe Latte mit Haselnussaroma und hat überhaupt nichts mit Latten zu tun, weder in sexueller noch in anderer Weise. Aber sie verdutzte mich derart, dass die Stimme verstummte, abrupt. Das war gut so.
Der Salamander, das ist übrigens eine Textwerkstatt, da sitzen Menschen um einen Tisch, lesen sich die Texte vor, die sie in der vergangenen Woche geschrieben haben, und die anderen kritisieren, ja ja so ist das, also der Salamander hatte nämlich mal eine Lesung die da hieß: "In deinem Kopf will ich nicht wohnen."
Wenn ich mir meinen Kopf so betrachte möchte ich fast sagen: in meinem Kopf hätte ich Angst. Vor allem, wenn ich von Johnny Depp träume. Aber auch so die meiste Zeit. Nur wohne ich ja in meinem Kopf und weiß, dass das alles halb so wild ist.
Möge der Mistral euch die Köpfe zerzausen, die Flausen eintreiben und euch biegen, bis ihr flüchtet.
Anbei noch ein Degistiv: (oder Delegtiv, von legere/ lesen?)
Ihr kennt ja Schüttelreime, ja? Sowas wie:
"es klapperten die Klapperschlangen, bis ihre Klappern schlapper klangen."
Man vertauscht einfach die Buchstaben am Wortanfang zweier Worte, bzw. nicht die Anfangsbuchstabenm, sondern die Anfangslaute.
Das kann man ja nun auch mit einzelnen Worten machen. Wie Schutzbaum und Butzschaum. Oder Putenschnitzel und Schnutenpitzel. Meist kommt dabei nichts raus, was Sinn macht, aber häufig muss man trotzdem und gerade deswegen lachen.
Etwas Sinnvolles (wenn auch Unwahres) kommt aber wohl bei der Schüttelung von folgenden Worten heraus
Schwesterlein - Läster-Schwein
Schwagerlein - Lager-Schwein
Familie Läster und Lager Schwein. Sogar den gleichen Nachnamen haben sie! Wie im wahren Leben. Nur die Nichte schlägt aus der Art:
Nichtlein - Licht? Nein
Die Lektion im Tantensein erster Teil lehrte mich Ostersonntag meine Nichte. Sie lief davon. Ja, sie tut sowas. Ich lief natürlich hinterhr und voll in den Sandkasten. Mit ihr. Und meinen neuen weißen Schuhen. Noch ein fataler Fehler. Letzten Endes waren dann auch meine Feinstrümpfe innen voller Sand, was ich allerhand finde, schließlich ist es grober Sand. Wenn ich jetzt in Saudiarabien in der Wüste wäre, meinetwegen, das ist feiner Sand, aber da war ich ja garnicht, und auch nicht meine Feinstrümpfe. Soviel zu irreführenden Namen. Die Lektion heißt ganz eindeutig: Nicht mit neuen weißen Schuhen in einen Sandkasten.
Die Lektion im Tantesein zweiter Teil lehrte mich heute auch meine Nichte. Sie lief wieder davon. In der Stadt ist das aber ein Stückchen gefährlicher als im Sandkasten. Allerdings passte ich meine Reaktion der Situation nicht an und lief wieder hinterher. Ungefähr dreißig Minuten in gebückter Haltung, die Hände immer so schräg über ihrem Kopf, dass sie sich selbigen nicht anhauen konnte und ich sofort zugreifen könne, falls sie spontan auf die Idee kommt, links abzubiegen und in den nächsten schlechtgelaunten Münchner zu laufen. Oder ein Auto.
Kinder, die gerade laufen können, tun das wirklich gern und scheren sich um alles andere herzlich wenig, zum Beispiel um Ecken auf Kopfhöhe, Fahrradfahrer und alles andere außer Mama. Diese Lektion heißt: Manchmal ist Tragen leichter.
Nun aber zum Mistral.
Der Mistral ist die Erklärung dafür, dass Inge letzte Woche Nichtgeburtstag hatte, während alle dachten, sie hätte Geburtstag.
Eigentlich ist die Geschichte ganz einfach: Inge wollte zum Geburtstag reinfeiern am vergangenen Dienstag. Bei einer Freundin. Die Freundin ging aber unter im Gespräch. Daher dachte der Salamander, sie habe selbst Geburtstag (die Inge, nicht die Freundin, die Freundin hatte ja Geburtstag, aber sie war ja nicht im Gespräch, weil sie ja unter ging). Dennoch taten mehrere Salamander wohl ähnliches wie ich und schrieben ihr verschiedenes zum Wiegenfeste (das sie ja garnicht hatte, sondern die Freundin). Sie klärte elektronisch auf über diesen fatalen Fehler, und ich schämte mich und wusste nicht recht ein noch aus. Also schrieb ich ihr eine Email voller Mist. Deren Wortlaut lautete wie folgt:
"Mist.
[wegen dem ganzen Geburtstagsunfug, die Autorin]
Und ich schreib auch noch [in einer anderen Email, die Autorin]: Willst du dir das nicht noch mal überlegen mit dem Geburtstag?
Doppelmist.
Was mach ich denn jetzt mit dem Blogeintrag? Entweder ich poste ihn an deinem echten Geburtstag nochmal oder ich mach was anderes. Allerdings weiß ich deinen echten Geburstag nicht.
Dreifachmist.
Anbei schlage ich vor, dass du ab heute heute Geburtstag ehrenhalber hast. Kannst du in deinen Pass eintragen lassen als: Geb. h.c.: 20.04.1984 oder 2011. Bleibt dir überlassen.
Darüber sollten wir bei der nächsten Sondersitzung demokratisch abstimmen. Ich erwarte den Privatjet.
Vierfachmist. [Weil der noch nicht existiert, der Jet, die Autorin] "
Daraufhin wusste Inge sofort, woher der Wind wehte und antwortete Folgendes:
"Mistral ist das Zauberwort, soeben ist es mir eingefallen und dann habe ich auch endlich herausgefunden, dass wir in einem Abenteuerroman für Kinder leben. Es war alles nur eine stürmische Verwehung und wenn wir unsere Haare wieder in Ordnung gebracht haben, ist er auch schon wieder vorbei, der starke, kalte Nordföhn. Ach ja, wir sind im Rhônetal, was auch unser Orts-Distanz-Problem löst. Wir sind alle im Rhônetal, sonst hätten wir ihn ja nicht zu spüren bekommen, den Mistral."
Mistral ist, wie Wikipedia weiß, ein Wind im Rhonetal, der so stark und häufig weht, dass sich sogar die Bäume nach ihm richten und mit seiner Wehrichtung wachsen. Das sind dann Windflüchter. Klingt irgendwie verkrüpelt und ängstlich, diese Bäume, die sogar vor dem Wind flüchten. Ziemlich unpraktisch als Baum auch, so festgewachsen und abhängig von Luft. Windflüchter, die Memmen unter den Bäumen. Wobei der Mistral es schon in sich hat. Macht Nichtgeburtstagskinder zu Geburtstagskindern und alle glauben es.
Auch hier gibt es eine Lektion zu lernen, und erinnert euch gut daran, denn häufig noch werdet ihr gefragt werden nach und wohl auch selbst fragen nach dem Zauberwort: Es lautet MISTRAL. Mistral.
Jetzt wisst ihr, was Inge dazu gesagt hat. In ihrem Kopf würde ich mich glaube ich wohl fühlen. Wenn ich immer so eine Stimme im Kopf hätte, die mir zuflüsterte: "wir sind in einem Abenteuerroman für Kinder," dann wäre ich glaube ich sehr beruhigt. Meine Stimme flüstert mir nur Sandwortspiele ein. Ich will ihr zurufen: "Mit Worten spielt man nicht," aber dann macht sie vielleicht Witze, bis ich über das anfängliche, willkürlich gesetzte Maß komme, bei dem ich irgendwas versprochen habe. Das habe ich mir aber noch nicht ausgedacht, und so graut mir vor dem Tag, an dem ich es in die Tat umsetzen muss. Weil ich ja noch nichts habe! Für mich wird es somit auch wirklich eine Überraschung sein, aber ihr, die ihr Zeit hattet, euch zu überlegen, was es denn sein könnte, ihr werdet vielleicht gar enttäuscht seid.
Um die Stimme also zum Schweigen zu bringen hätte ich beinahe eine Latte Nocciola gekauft, die unvermittelt und in Tetrapacks im Penny vor mir auftauchte. Latte Nocciola ist einfach Caffe Latte mit Haselnussaroma und hat überhaupt nichts mit Latten zu tun, weder in sexueller noch in anderer Weise. Aber sie verdutzte mich derart, dass die Stimme verstummte, abrupt. Das war gut so.
Der Salamander, das ist übrigens eine Textwerkstatt, da sitzen Menschen um einen Tisch, lesen sich die Texte vor, die sie in der vergangenen Woche geschrieben haben, und die anderen kritisieren, ja ja so ist das, also der Salamander hatte nämlich mal eine Lesung die da hieß: "In deinem Kopf will ich nicht wohnen."
Wenn ich mir meinen Kopf so betrachte möchte ich fast sagen: in meinem Kopf hätte ich Angst. Vor allem, wenn ich von Johnny Depp träume. Aber auch so die meiste Zeit. Nur wohne ich ja in meinem Kopf und weiß, dass das alles halb so wild ist.
Möge der Mistral euch die Köpfe zerzausen, die Flausen eintreiben und euch biegen, bis ihr flüchtet.
Anbei noch ein Degistiv: (oder Delegtiv, von legere/ lesen?)
Ihr kennt ja Schüttelreime, ja? Sowas wie:
"es klapperten die Klapperschlangen, bis ihre Klappern schlapper klangen."
Man vertauscht einfach die Buchstaben am Wortanfang zweier Worte, bzw. nicht die Anfangsbuchstabenm, sondern die Anfangslaute.
Das kann man ja nun auch mit einzelnen Worten machen. Wie Schutzbaum und Butzschaum. Oder Putenschnitzel und Schnutenpitzel. Meist kommt dabei nichts raus, was Sinn macht, aber häufig muss man trotzdem und gerade deswegen lachen.
Etwas Sinnvolles (wenn auch Unwahres) kommt aber wohl bei der Schüttelung von folgenden Worten heraus
Schwesterlein - Läster-Schwein
Schwagerlein - Lager-Schwein
Familie Läster und Lager Schwein. Sogar den gleichen Nachnamen haben sie! Wie im wahren Leben. Nur die Nichte schlägt aus der Art:
Nichtlein - Licht? Nein
Ein Versuch ...
Seht was ich gestern schrieb und schicken wollte, was dann aber leider nur als Enturf hier gespeichert wurde:
Dies ist der Versuch, Terminplan und blog unter einen Hut zu bringen.
Blog goes mobile!
Am Beuler Bahnhof, wo ich gerade in einen zug stieg, wurden gerade - und das muss erzählt werden - die waggons des Zirkus roncalli abgeladen. Dies allein ist schon spannend, was aber noch aufregender ist, ist, dass eben jener zirkus im mai direkt vor dem fenster in meiner arbeit gastieren wird. vor meinem fenster sogar! ich werde natürlich berichten.
berichten muss ich sowieso viel jetzt. die arbeit macht spaß zum beispiel muss ich berichten. oder dass mein lieblingsautor feuchtwanger wirklich schöne sätze schreibt in jud süß. oder dass ich morgen ein assessment center in münchen habe. am liebsten aber berichte ich doch vom osterwochenende. wie überall war es auch in münchen wunderbares wetter. viel konnte ich draußen unternehmen und trunkene nächte bis vier uhr früh genießen, genauso wie die heimelige wärme eines familienfrühstücks mit vater, mutter, stiefmutter, schwester, schwager und nichte. und familienkater. super.
Dies ist der Versuch, Terminplan und blog unter einen Hut zu bringen.
Blog goes mobile!
Am Beuler Bahnhof, wo ich gerade in einen zug stieg, wurden gerade - und das muss erzählt werden - die waggons des Zirkus roncalli abgeladen. Dies allein ist schon spannend, was aber noch aufregender ist, ist, dass eben jener zirkus im mai direkt vor dem fenster in meiner arbeit gastieren wird. vor meinem fenster sogar! ich werde natürlich berichten.
berichten muss ich sowieso viel jetzt. die arbeit macht spaß zum beispiel muss ich berichten. oder dass mein lieblingsautor feuchtwanger wirklich schöne sätze schreibt in jud süß. oder dass ich morgen ein assessment center in münchen habe. am liebsten aber berichte ich doch vom osterwochenende. wie überall war es auch in münchen wunderbares wetter. viel konnte ich draußen unternehmen und trunkene nächte bis vier uhr früh genießen, genauso wie die heimelige wärme eines familienfrühstücks mit vater, mutter, stiefmutter, schwester, schwager und nichte. und familienkater. super.
Tuesday, April 19, 2011
Was gut ist, kommt wieder
hätte eigentlich der Titel zum letzten Eintrag sein müssen, aber er ist mir erst heute wieder eingefallen. Ein guter Spruch für gute Erinnerungen, die wieder belebt werden. Dazu heute noch die Nachricht einer befreundeten Polin, die mich fragte, ob wir den Erasmusaufenthalt wiederbeleben wollen bei einem gemeinsamen Trip. Was soll ich dazu sagen außer: Oh mein Gott ja.
Freitag München, letzten Freitag Luxembourg, die Woche davor Regensburg, dazwischen Bonn und vielleicht bald Istanbul. Dazu noch dieses Heimweh, das garkein Heimweh ist, weil ich ja nicht die Wohnung in Regensburg vermisse, sondern den Salamander, gerade heute, wo sie sich treffen, die Echsen. Und den Bruder von der Tina, August. Den find ich nicht in Bonn. So ist das mit dem Vermissen. Kein Wunder, dass mir der Kopf schwirrt und ich nur noch in Assoziationen schreiben kann.
Vielleicht hätte Inge dazu mehr sagen können. Die Inge, die vom Salamander, die Inge, die Inge, die morgen Geburtstag hat, jaa die Inge, dann mal herzlichen Glückwunsch, Inge, Aka hat heute gefeiert, die hat dir genau einen Tag voraus, liebe Inge. Ich muss daran denken, Aka auch noch mal alles Gute hier rein zu schreiben, alles Gute Aka. Die Inge, die immer so Texte schreibt, in denen es ganz wenig Punkte gibt, sondern sich mehr so alles aneinanderreiht wie Wassertropfen in einem Fluß. "Die Inge also," sagt der Schreibbär, "die Inge wird alt." "Klug ist sie, die Inge" sagt Dr. Orange und dreht den Wasserhahn auf, "nee nee," unterbricht ihn der Schreibbär, "nee nee altklug ist sie nicht, die Inge, das sagt sie nur so." "Altklug, pah, das wär se gern, die Inge" sagt patzig Dr. Orange und steigt in seine Badewanne. Die Inge, die Inge, bei der ich immer diesen Singsang aus kraftvoller Monotonie höre, mit dem sie ihre Texte vorliest, die Inge, sprichts und sagt: Arbeit ist der neue Krieg. So wie der tote Diktator, der sich an der gepfefferten Suppe derart verschluckte, dass er nur mehr "Luft" und "krieg" sagen konnte, weil ihm "keine" und "mehr" im Halse stecken blieben. So und sovielter schlechter Wortwitz. Ich habe den Sprachenguru übrigens noch nicht gesehen wegen der Frage vor zwei Blöcken. Sie nennt Regensburg Klopapier und die Uni die Klolektüre, und sie hat ja so recht, die Inge, ja recht hat sie, und mutig bleibt und trotzt sie allem was die Stadt so aufsaugt. Frau Kraftschick kratzt sich am Sack, denn sie ist eigentlich ein Mann mit einem riesigen Adamsapfel, aber weil sie so dick ist, merkt es keiner, wie sich der Adamsapfel im Doppelkinn versteckt. Die Kraftschick, nicht die Inge ist so dick. Die Inge ist garnicht dick. Absätze würden diesen Text zerstören, daher lasse ich sie draußen. Der Inge muss ich aber noch was sagen, ganz leise, aber ganz wichtig, etwas, das sie nicht vergessen darf, niemals nicht jemals, sie muss mir ja weiter elektronische Briefe schreiben, die Inge, daher raune ihr noch zu: "Aber Poesie ist doch wichtig im Alltag" bevor ich schlafen gehe.
Freitag München, letzten Freitag Luxembourg, die Woche davor Regensburg, dazwischen Bonn und vielleicht bald Istanbul. Dazu noch dieses Heimweh, das garkein Heimweh ist, weil ich ja nicht die Wohnung in Regensburg vermisse, sondern den Salamander, gerade heute, wo sie sich treffen, die Echsen. Und den Bruder von der Tina, August. Den find ich nicht in Bonn. So ist das mit dem Vermissen. Kein Wunder, dass mir der Kopf schwirrt und ich nur noch in Assoziationen schreiben kann.
Vielleicht hätte Inge dazu mehr sagen können. Die Inge, die vom Salamander, die Inge, die Inge, die morgen Geburtstag hat, jaa die Inge, dann mal herzlichen Glückwunsch, Inge, Aka hat heute gefeiert, die hat dir genau einen Tag voraus, liebe Inge. Ich muss daran denken, Aka auch noch mal alles Gute hier rein zu schreiben, alles Gute Aka. Die Inge, die immer so Texte schreibt, in denen es ganz wenig Punkte gibt, sondern sich mehr so alles aneinanderreiht wie Wassertropfen in einem Fluß. "Die Inge also," sagt der Schreibbär, "die Inge wird alt." "Klug ist sie, die Inge" sagt Dr. Orange und dreht den Wasserhahn auf, "nee nee," unterbricht ihn der Schreibbär, "nee nee altklug ist sie nicht, die Inge, das sagt sie nur so." "Altklug, pah, das wär se gern, die Inge" sagt patzig Dr. Orange und steigt in seine Badewanne. Die Inge, die Inge, bei der ich immer diesen Singsang aus kraftvoller Monotonie höre, mit dem sie ihre Texte vorliest, die Inge, sprichts und sagt: Arbeit ist der neue Krieg. So wie der tote Diktator, der sich an der gepfefferten Suppe derart verschluckte, dass er nur mehr "Luft" und "krieg" sagen konnte, weil ihm "keine" und "mehr" im Halse stecken blieben. So und sovielter schlechter Wortwitz. Ich habe den Sprachenguru übrigens noch nicht gesehen wegen der Frage vor zwei Blöcken. Sie nennt Regensburg Klopapier und die Uni die Klolektüre, und sie hat ja so recht, die Inge, ja recht hat sie, und mutig bleibt und trotzt sie allem was die Stadt so aufsaugt. Frau Kraftschick kratzt sich am Sack, denn sie ist eigentlich ein Mann mit einem riesigen Adamsapfel, aber weil sie so dick ist, merkt es keiner, wie sich der Adamsapfel im Doppelkinn versteckt. Die Kraftschick, nicht die Inge ist so dick. Die Inge ist garnicht dick. Absätze würden diesen Text zerstören, daher lasse ich sie draußen. Der Inge muss ich aber noch was sagen, ganz leise, aber ganz wichtig, etwas, das sie nicht vergessen darf, niemals nicht jemals, sie muss mir ja weiter elektronische Briefe schreiben, die Inge, daher raune ihr noch zu: "Aber Poesie ist doch wichtig im Alltag" bevor ich schlafen gehe.
Monday, April 18, 2011
Achtzehn Jahre ist es her, 18 Jahre, und dennoch weiß ich genau was sie freut und was sie aufregt, wie sie erzählt und was ihr wichtig ist.
Diese Reise nach Luxembourg war wie ein großer Schluck Energie und Erinnerung in einem - Energie weil es Erinnerung war! Es waren so schöne Zeiten, die Julie und ich miteinander verbracht haben, ganz einfache, schöne Zeiten, wir haben gespielt und Musik gehört und gelacht und gealbert und und und, was Grundschulkinder eben so machen. Im Endeffekt haben wir dieses Wochenende dann dasselbe wieder gemacht, waren gut essen und ein bisschen feiern, Samstag haben wir Luxembourg angesehen, waren nochmal essen und abends noch ein bisschen tanzen, Sonntag grillen, Minigolf spielen und schließlich haben wir ihre Schwester besucht. Julie hat einen ganz lieben Freund, der Anwalt ist (der metre!), mit dem man auch sehr gut über Luxembourg als Staat diskutieren kann. Außerdem hat sie eine wunderbare Katze namens Louis, ein weiches, verspieltes silbergraues Tier, das ganz nett ist. Besonders lustig war der Sonntag mit Minigolf spielen. Die ersten fünf Löcher etwa habe ich mit der falschen Hand gespielt und erstmal ordentlich versemmelt. Dann ging es besser bis zu einer Aufgabe, wo der Ball in ein Netz musste so ähnlich wie beim Basketball. Anstatt das Loch zu treffen, habe ich natürlich viel höher geschlagen und ein Mini-Loch in dem Netz getroffen gerade unter dem Rahmen. Wir haben sehr gelacht! Danach noch ein Eis und ein paar schöne Fotos mit Gänsen und Enten am See, bis wir zur Manon, Julies Schwester, fuhren. Dort saßen wir dann mit ein paar Waffeln neben Julies Nichte, die ein Glas Milch trank, in der Küche mit Manon und fühlten uns wie Kinder - das letzte Mal, das Manon, Julie und ich zusammen waren, waren wir schließlich auch erst zehn! Das war sehr lustig, ich muss immer noch lachen, wenn ich daran denke. Zum Überfluss haben wir dann auch noch abends Pfannkuchen gegessen, wieder so ein Kinderessen!
Schön wars - so schön, dass arbeiten danach richtig Spaß! Um elf kam ich an und bin sofort zum DAAD, da war ich dann bis sieben wieder. Auf der Busfahrt nach Hause fand ich heraus, dass im Büro neben mir eine Sachbearbeiterin im Bereich Südeuropa sitzt, die für Türkei und Italien zuständig ist - wo ich doch Italienisch in der Schule hatte und im Erasmus-Semester in Istanbul war! Wer hätte gedacht, dass es eine Arbeitsstelle gibt, bei der man diese eher ungewöhnliche Kombination brauchen kann. Sie wird morgen mal vorbei schauen, weil ich ihr die Adresse zu meinem Lieblingscafe in Istanbul (bei Ludwig) geben will. Sehen wir mal, was daraus wird.
Leider finde ich meinen Fotoapparat nicht, sonst gäbe es noch mehr Fotos heute.
Diese Reise nach Luxembourg war wie ein großer Schluck Energie und Erinnerung in einem - Energie weil es Erinnerung war! Es waren so schöne Zeiten, die Julie und ich miteinander verbracht haben, ganz einfache, schöne Zeiten, wir haben gespielt und Musik gehört und gelacht und gealbert und und und, was Grundschulkinder eben so machen. Im Endeffekt haben wir dieses Wochenende dann dasselbe wieder gemacht, waren gut essen und ein bisschen feiern, Samstag haben wir Luxembourg angesehen, waren nochmal essen und abends noch ein bisschen tanzen, Sonntag grillen, Minigolf spielen und schließlich haben wir ihre Schwester besucht. Julie hat einen ganz lieben Freund, der Anwalt ist (der metre!), mit dem man auch sehr gut über Luxembourg als Staat diskutieren kann. Außerdem hat sie eine wunderbare Katze namens Louis, ein weiches, verspieltes silbergraues Tier, das ganz nett ist. Besonders lustig war der Sonntag mit Minigolf spielen. Die ersten fünf Löcher etwa habe ich mit der falschen Hand gespielt und erstmal ordentlich versemmelt. Dann ging es besser bis zu einer Aufgabe, wo der Ball in ein Netz musste so ähnlich wie beim Basketball. Anstatt das Loch zu treffen, habe ich natürlich viel höher geschlagen und ein Mini-Loch in dem Netz getroffen gerade unter dem Rahmen. Wir haben sehr gelacht! Danach noch ein Eis und ein paar schöne Fotos mit Gänsen und Enten am See, bis wir zur Manon, Julies Schwester, fuhren. Dort saßen wir dann mit ein paar Waffeln neben Julies Nichte, die ein Glas Milch trank, in der Küche mit Manon und fühlten uns wie Kinder - das letzte Mal, das Manon, Julie und ich zusammen waren, waren wir schließlich auch erst zehn! Das war sehr lustig, ich muss immer noch lachen, wenn ich daran denke. Zum Überfluss haben wir dann auch noch abends Pfannkuchen gegessen, wieder so ein Kinderessen!
Schön wars - so schön, dass arbeiten danach richtig Spaß! Um elf kam ich an und bin sofort zum DAAD, da war ich dann bis sieben wieder. Auf der Busfahrt nach Hause fand ich heraus, dass im Büro neben mir eine Sachbearbeiterin im Bereich Südeuropa sitzt, die für Türkei und Italien zuständig ist - wo ich doch Italienisch in der Schule hatte und im Erasmus-Semester in Istanbul war! Wer hätte gedacht, dass es eine Arbeitsstelle gibt, bei der man diese eher ungewöhnliche Kombination brauchen kann. Sie wird morgen mal vorbei schauen, weil ich ihr die Adresse zu meinem Lieblingscafe in Istanbul (bei Ludwig) geben will. Sehen wir mal, was daraus wird.
Leider finde ich meinen Fotoapparat nicht, sonst gäbe es noch mehr Fotos heute.
Dieses letzte Bild sieht zwar aus wie Schokokuchen mit Mandel oder so, ist aber in Wahrheit ein Foto von zwei Mini-Gewächshäusern mit kleinen Torf-plätzchen, in die ich Ginkgo-Kerne gesteckt habe, die ich versuche zu züchten. Die kleinen Gewächshäuser habe ich in Luxembourg erstanden, und die Ginkgosamen stammen aus München, wo ich sie mit Toni gesammelt habe. Nachdem mir mein achtjähriger Gingko, den ich geliebt, gehegt und gepflegt habe, gestohlen wurde, ist es an der Zeit, einen neuen zu haben. Hoffentlich wächst aus den Kernen was. Letztes Jahr habe ich es schon probiert, aber nichts ist passiert. Daumen drücken!
Thursday, April 14, 2011
Wo Bilder scheitern
Wo Bilder scheitern da braucht es Worte.
Werte lassen sich etwa bestens über Worte vermitteln. Vier Theologiestudenten des Goebenstifts haben eben mit Worten Werte vermittelt, in einem sehr bewegenden Semesteranfangsgottesdienst. Vor allem aber braucht es Worte um Geschichten zu erzählen.
Heute also Geschichten ohne Bilder und Bilder in Worten. Viele Worte für viele Geschichten, die zusammen ein großes Bild ergeben. Genug der Wortspiele.
Es ist, und viele wissen es, mir nun gelungen, eine Anstellung zu bekommen. Heute zum zweiten Mal stand ich um sieben auf und machte mich auf den Weg zum DAAD.
Politikwissenschaftler lieben Abkürzungen und Akronyme, vor allem deshalb, weil sie für etwas stehen, was bekannt und fest ist, für Institutionen und Ämter, und so etwas lieben Politikwissenschaftler noch mehr. Sie sind Ordnung im Chaos des menschlichen Zusammenlebens. Womit wir bei meiner Nichte wären, hinter der meine Schwester grade stark hinterher räumt, obwohl die Entropie des Raumes der stabilste aller Zustände ist.
Beim DAAD, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, aber habe selbst ich der Abkürzungen zu viele. Bombardiert werde ich mit Abkürzungen für die Zentrale Arbeitsvermittlung für Ausländer, den Abkürzungen für Kanada, die ich nach meiner Magisterarbeit über amerikanische Graswurzelbewegungen immer noch für CAlifornien halte, und mit Abkürzungen wie SEF, von der ich immer noch nicht weiß, was sie heißt.
Spannendes tue ich nicht. Bisher zumindest. Nur viel. Akten ausdrucken und ordnen, damit die RISE-Stipendiaten (R? International Science and Engineering) ihr Geld und ihre Visa und Versicherungen und alldergleichen mehr bekommen. Sie haben viel zu tun im DAAD, die Kollegen, daher passt es sehr gut, dass ich sowieso Überstunden anbauen will. Am Wochenende besuche ich eine ganz besondere Freundin, bei der ich als Kind von der ersten bis zur dritten Klasse beinahe 24 Stunden lang war. Dann zog sie mit ihren Eltern nach Luxemburg, und siehe da, ich habe sie bei Facebook wiedergefunden.
In Zeiten, in denen man überhaupt nicht weiß, wo man hingeht, und einem der Ort, aus dem man kommt, nicht mehr gefällt, sind solche Menschen nicht in Worte, Bilder, oder Gold zu fassen. Daher versuche ich es garnicht.
Auch nicht in Worte fassen lässt sich der Verlust eines engen Familienmitglieds, besonders dann, wenn man keinerlei Möglichkeit hat, sich zu verabschieden und noch weniger damit gerechnet hat, dass es plötzlich verschwindet. Um einen solchen Menschen trauere ich mit einer anderen sehr engen Freundin, und wie das so ist in der Liebe kann ich nicht völlig gelöst und glücklich sein, wo ich weiß, wie es ihr geht. Im Gegenteil, ihr Verlust begleitet mich und ich will tun und lassen, was ich kann, um ihren Schmerz zu lindern und ihr Kraft zu geben. So habe ich nächstes Wochenende nicht nur Ostern zu feiern, sondern auch Anteil zu nehmen in meiner Heimatstadt.
Andere Türen und Träume haben sich aufgetan in den letzten Tagen - Cairo schien zum greifen nahe, eine fantastische Tageszeitung auch. Aber ich bleibe gerne hier. Mir geht es gut hier. B steht für Bonn und beginnt mit dem gleichen Buchstaben wie besser. Zufall? Ich werde den Sprachenguru fragen. Bonn ist auf jeden Fall um einiges besser als Regensburg, zum Beispiel für hohe Schuhe. Was haben die Pflastersteine in der Regen- und Donaustadt schon Absätze von mir zerfressen und meine Knöchel schwellen lassen. Und was hat diese mittelalterliche Stadt mein Gemüt betrübt in den grauen, nebeligen Herbst- und Winterzeiten. Überhaupt ist Bonn so viel schöner von einer ästhetischen Gesichtspunkten. Eine mittelalterliche Altstadt sagt man Regensburg nach und spricht bewundernd von der Steinernen Brücke und dem Ewigen Reichstag. Doch frage ich hier ganz offen: wieso wird ein Wort wie mittelalterlich, das steht für Kreuzzüge und Finsternis, wieso wird ein solches Wort plötzlich positiv, wenn man es vor "Stadt" setzt? Ich möchte das anprangern. Denn wie soll man in einer mittelalterlichen Stadt auf neue Ideen kommen?
Bonn ist zwar nicht neu, sondern die alte Hauptstadt. Es ist auch voller Gründerzeithäuser, die auch nicht neu sind. Aber beides ist doch neuer als der Sitz des ewigen Reichstags, und näher an der neuen Hauptstadt ist es auch. Wie der Döner, den ich heute zur Mittagspause aß: Er war zwar kein berliner, aber doch näher am Döner als der türkische.
Vielleicht brauche ich eine Eingewöhnungszeit in die Moderne nach dieser mittelalterlichen Stadt. Fakt ist, dass Bonn mir viel mehr Möglichkeiten bietet als Regensburg es kann. Cairo wäre wirklich eine Versuchung gewesen, aber Cairo ist ganz kaltes Wasser. In ganz kaltem Wasser schwimmen immer Eisberge. Um es in die Worte einer (nochmal) anderen Freundin zu fassen: "Man muss nicht immer Titanic spielen."
Obwohl sie bei Guttenberg gearbeitet, muss ich sie trotzdem zitieren, und zwar amerikanisch, weil es hier keine Fußnotenfunktion gibt: (Wannisch, 2011, 12.04.).
Ich sitze im Garten, meine Finger werden taub. Noch schnell zum Edeka Augustiner besorgen für die München-Emigranten morgen. Also für heute genug der Worte.
Werte lassen sich etwa bestens über Worte vermitteln. Vier Theologiestudenten des Goebenstifts haben eben mit Worten Werte vermittelt, in einem sehr bewegenden Semesteranfangsgottesdienst. Vor allem aber braucht es Worte um Geschichten zu erzählen.
Heute also Geschichten ohne Bilder und Bilder in Worten. Viele Worte für viele Geschichten, die zusammen ein großes Bild ergeben. Genug der Wortspiele.
Es ist, und viele wissen es, mir nun gelungen, eine Anstellung zu bekommen. Heute zum zweiten Mal stand ich um sieben auf und machte mich auf den Weg zum DAAD.
Politikwissenschaftler lieben Abkürzungen und Akronyme, vor allem deshalb, weil sie für etwas stehen, was bekannt und fest ist, für Institutionen und Ämter, und so etwas lieben Politikwissenschaftler noch mehr. Sie sind Ordnung im Chaos des menschlichen Zusammenlebens. Womit wir bei meiner Nichte wären, hinter der meine Schwester grade stark hinterher räumt, obwohl die Entropie des Raumes der stabilste aller Zustände ist.
Beim DAAD, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, aber habe selbst ich der Abkürzungen zu viele. Bombardiert werde ich mit Abkürzungen für die Zentrale Arbeitsvermittlung für Ausländer, den Abkürzungen für Kanada, die ich nach meiner Magisterarbeit über amerikanische Graswurzelbewegungen immer noch für CAlifornien halte, und mit Abkürzungen wie SEF, von der ich immer noch nicht weiß, was sie heißt.
Spannendes tue ich nicht. Bisher zumindest. Nur viel. Akten ausdrucken und ordnen, damit die RISE-Stipendiaten (R? International Science and Engineering) ihr Geld und ihre Visa und Versicherungen und alldergleichen mehr bekommen. Sie haben viel zu tun im DAAD, die Kollegen, daher passt es sehr gut, dass ich sowieso Überstunden anbauen will. Am Wochenende besuche ich eine ganz besondere Freundin, bei der ich als Kind von der ersten bis zur dritten Klasse beinahe 24 Stunden lang war. Dann zog sie mit ihren Eltern nach Luxemburg, und siehe da, ich habe sie bei Facebook wiedergefunden.
In Zeiten, in denen man überhaupt nicht weiß, wo man hingeht, und einem der Ort, aus dem man kommt, nicht mehr gefällt, sind solche Menschen nicht in Worte, Bilder, oder Gold zu fassen. Daher versuche ich es garnicht.
Auch nicht in Worte fassen lässt sich der Verlust eines engen Familienmitglieds, besonders dann, wenn man keinerlei Möglichkeit hat, sich zu verabschieden und noch weniger damit gerechnet hat, dass es plötzlich verschwindet. Um einen solchen Menschen trauere ich mit einer anderen sehr engen Freundin, und wie das so ist in der Liebe kann ich nicht völlig gelöst und glücklich sein, wo ich weiß, wie es ihr geht. Im Gegenteil, ihr Verlust begleitet mich und ich will tun und lassen, was ich kann, um ihren Schmerz zu lindern und ihr Kraft zu geben. So habe ich nächstes Wochenende nicht nur Ostern zu feiern, sondern auch Anteil zu nehmen in meiner Heimatstadt.
Andere Türen und Träume haben sich aufgetan in den letzten Tagen - Cairo schien zum greifen nahe, eine fantastische Tageszeitung auch. Aber ich bleibe gerne hier. Mir geht es gut hier. B steht für Bonn und beginnt mit dem gleichen Buchstaben wie besser. Zufall? Ich werde den Sprachenguru fragen. Bonn ist auf jeden Fall um einiges besser als Regensburg, zum Beispiel für hohe Schuhe. Was haben die Pflastersteine in der Regen- und Donaustadt schon Absätze von mir zerfressen und meine Knöchel schwellen lassen. Und was hat diese mittelalterliche Stadt mein Gemüt betrübt in den grauen, nebeligen Herbst- und Winterzeiten. Überhaupt ist Bonn so viel schöner von einer ästhetischen Gesichtspunkten. Eine mittelalterliche Altstadt sagt man Regensburg nach und spricht bewundernd von der Steinernen Brücke und dem Ewigen Reichstag. Doch frage ich hier ganz offen: wieso wird ein Wort wie mittelalterlich, das steht für Kreuzzüge und Finsternis, wieso wird ein solches Wort plötzlich positiv, wenn man es vor "Stadt" setzt? Ich möchte das anprangern. Denn wie soll man in einer mittelalterlichen Stadt auf neue Ideen kommen?
Bonn ist zwar nicht neu, sondern die alte Hauptstadt. Es ist auch voller Gründerzeithäuser, die auch nicht neu sind. Aber beides ist doch neuer als der Sitz des ewigen Reichstags, und näher an der neuen Hauptstadt ist es auch. Wie der Döner, den ich heute zur Mittagspause aß: Er war zwar kein berliner, aber doch näher am Döner als der türkische.
Vielleicht brauche ich eine Eingewöhnungszeit in die Moderne nach dieser mittelalterlichen Stadt. Fakt ist, dass Bonn mir viel mehr Möglichkeiten bietet als Regensburg es kann. Cairo wäre wirklich eine Versuchung gewesen, aber Cairo ist ganz kaltes Wasser. In ganz kaltem Wasser schwimmen immer Eisberge. Um es in die Worte einer (nochmal) anderen Freundin zu fassen: "Man muss nicht immer Titanic spielen."
Obwohl sie bei Guttenberg gearbeitet, muss ich sie trotzdem zitieren, und zwar amerikanisch, weil es hier keine Fußnotenfunktion gibt: (Wannisch, 2011, 12.04.).
Ich sitze im Garten, meine Finger werden taub. Noch schnell zum Edeka Augustiner besorgen für die München-Emigranten morgen. Also für heute genug der Worte.
Monday, April 11, 2011
Leben ohne Echsen
Ach weh, dieses Regensburg ist schon - also naja, Bonn ist jetzt nur doppelt so groß, aber Regensburg ist schon eine Provinzstadt. Da saß ich dann in der ehemaligen Stammkneipe des Salamander, die jetzt Blomberg heißt und war umgeben von lauter zwanzigjährigen Mädels, die im Grunde alle gleich aussehen.
Was soll man schon erwarten von einem Leben ohne Echsen. Sogar die Mutter aller Echsen, die Salamandamama, bittet schon um elektrisierte Texte zum kritisieren, dabei ist sie kaum zwei Wochen von ihren Echsen getrennt! Wie soll es mir da wohl gehen, die ich seit zwei Monaten ohne Echsen leben muss. Lieber anonymer Fan, ich muss sagen: die Sprache verschlägt es mir nicht, das Städtchen, aber es war schon ziemlich furchtbar.
Gar nicht furchtbar dagegen ist die Tatsache, dass ich einen anonymen Fan habe! Ehrlich gesagt finde ich das im Gegenteil ziemlich sexy. Wer kann das schon behaupten? Es würde mich natürlich brennend interessieren, wer das ist. Es ist ziemlich sicher ein Gesichtsbuch-Nutzer (siebter schlechter Wortwitz) und keiner, den ich am Wochenende gesehen habe. Sehr viel mehr kann ich aber noch nicht sagen. Evtl. ist er (oder sie? oder Sie?) ein Tolkien-Leser, aber das ist schon eine sehr gewagte Behauptung. Vielleicht kriege ich ja noch ein paar Hinweise?
A pro pos sexy: Ich wurde gerade aus Kairo angerufen! Das ist zwar nicht direkt erotisch, aber zumindest attraktiv. Wer weiß, was sich da noch so entspannt...
Das nächste Thema hatte zumindest eine sexy Inspiration, es wirkt auf jeden Fall wie eine Anlehnung an Andy Warhols Marylin-Monroe-Collage. Es ist ein Bild, das mir den Tag extrem versüßt hat: von einem garnicht anonymen Fan, sondern im Gegenteil einem sehr lieben, treuen Leser kam per elektronischer Post heute ein Bild von dem Video des letzten Eintrags im Andy-Warhol-Style. Ich sage nur, es ist grandios, wenn jemand mit Bildern umgehen kann! Ganz, ganz herzlichen Dank nochmal :D
Überhaupt nicht sexy hier die Beichte einer kleinen Sünde:
Als ich heute um halb vier die Segel strich (mein Praktikum ist ja eigentlich letzte Woche schon zu Ende gegangen, ich wurde nur gebeten zu verlängern wegen der morgigen Tagung), da saß ich doch tatsächlich mit derselben Frau in der Ubahn, mit der ich heute morgen schon auf dem Weg zur Arbeit saß! Ich bemerkte sie erst, als ich am Hauptbahnhof ausstieg und sie aus dem Nebenwagon aussteigen sah, konnte es mir dann aber nicht verkneifen zu denken: "Die arbeitet aber kurz."
Keine zehn Meter weiter lief ich prompt an einem Spiegel vorbei. Kleine Sünden bestrafen sich sofort.
Sie traf mich aber nicht sehr hart. Im Gegenteil amüsierte mich die Ironie sehr, vor allem weil ich gerade ein Lied hörte auf meinem MP3-Player, das ich da nur drauf kopiert hatte, weil ich es falsch betitelt hatte. Eigentlich sollte es "Like a Rolling Stones" werden (von den Stones). Das, was ich dann aber hörte, ist als Soundtrack viel besser geeignet, wenn man vor einem Spiegel steht. Ich empfehle ausprobieren! Außerdem kann ich jetzt in voller Doppeldeutigkeit unter diesen Eintrag schreiben:
Was soll man schon erwarten von einem Leben ohne Echsen. Sogar die Mutter aller Echsen, die Salamandamama, bittet schon um elektrisierte Texte zum kritisieren, dabei ist sie kaum zwei Wochen von ihren Echsen getrennt! Wie soll es mir da wohl gehen, die ich seit zwei Monaten ohne Echsen leben muss. Lieber anonymer Fan, ich muss sagen: die Sprache verschlägt es mir nicht, das Städtchen, aber es war schon ziemlich furchtbar.
Gar nicht furchtbar dagegen ist die Tatsache, dass ich einen anonymen Fan habe! Ehrlich gesagt finde ich das im Gegenteil ziemlich sexy. Wer kann das schon behaupten? Es würde mich natürlich brennend interessieren, wer das ist. Es ist ziemlich sicher ein Gesichtsbuch-Nutzer (siebter schlechter Wortwitz) und keiner, den ich am Wochenende gesehen habe. Sehr viel mehr kann ich aber noch nicht sagen. Evtl. ist er (oder sie? oder Sie?) ein Tolkien-Leser, aber das ist schon eine sehr gewagte Behauptung. Vielleicht kriege ich ja noch ein paar Hinweise?
A pro pos sexy: Ich wurde gerade aus Kairo angerufen! Das ist zwar nicht direkt erotisch, aber zumindest attraktiv. Wer weiß, was sich da noch so entspannt...
Das nächste Thema hatte zumindest eine sexy Inspiration, es wirkt auf jeden Fall wie eine Anlehnung an Andy Warhols Marylin-Monroe-Collage. Es ist ein Bild, das mir den Tag extrem versüßt hat: von einem garnicht anonymen Fan, sondern im Gegenteil einem sehr lieben, treuen Leser kam per elektronischer Post heute ein Bild von dem Video des letzten Eintrags im Andy-Warhol-Style. Ich sage nur, es ist grandios, wenn jemand mit Bildern umgehen kann! Ganz, ganz herzlichen Dank nochmal :D
![]() |
| Apfeltortenverführung |
Überhaupt nicht sexy hier die Beichte einer kleinen Sünde:
Als ich heute um halb vier die Segel strich (mein Praktikum ist ja eigentlich letzte Woche schon zu Ende gegangen, ich wurde nur gebeten zu verlängern wegen der morgigen Tagung), da saß ich doch tatsächlich mit derselben Frau in der Ubahn, mit der ich heute morgen schon auf dem Weg zur Arbeit saß! Ich bemerkte sie erst, als ich am Hauptbahnhof ausstieg und sie aus dem Nebenwagon aussteigen sah, konnte es mir dann aber nicht verkneifen zu denken: "Die arbeitet aber kurz."
Keine zehn Meter weiter lief ich prompt an einem Spiegel vorbei. Kleine Sünden bestrafen sich sofort.
Sie traf mich aber nicht sehr hart. Im Gegenteil amüsierte mich die Ironie sehr, vor allem weil ich gerade ein Lied hörte auf meinem MP3-Player, das ich da nur drauf kopiert hatte, weil ich es falsch betitelt hatte. Eigentlich sollte es "Like a Rolling Stones" werden (von den Stones). Das, was ich dann aber hörte, ist als Soundtrack viel besser geeignet, wenn man vor einem Spiegel steht. Ich empfehle ausprobieren! Außerdem kann ich jetzt in voller Doppeldeutigkeit unter diesen Eintrag schreiben:
YOU GOT ME ROCKIN'
Saturday, April 9, 2011
Abend gut, alles gut
Ein Nachtrag von Freitag:
Geil.
Ein Buffet fast vor meiner Zimmertür, dass ich im Schlafanzug noch besuchen kann, weil Aline Geburtstag feiert, die sowieso einiges zu feiern hat, weil sie kürzlich ihre Diplomarbeit abgegeben hat. Ihr alles, alles Gute für die Arbeit und das neue Lebensjahr!
Der Abend war sehr schön. Angefangen hat er mit der Partie Frankfurt - Bremen, die völlig zu unrecht eins zu eins ausging. Gefolgt war er von freundlichen Unterhaltungen und der Aussicht, dass es eine quasi ökumenische Kirche gibt, die sowohl die Wärme als auch die Tradition bzw. die offene Wissenschaftlichkeit vereinen soll. Soweit klingt das doch mal interessant! Irgendwann brauche ich aber auch das weltliche Gegenprogramm und werde mich bei ein, zwei Parteien umsehen.
Vorerst gebe ich mich ganz mit meiner Lieblings-Ersatzreligion zufrieden und sehe eine Episode Star Trek (diesmal TOS im Orginal, die ich dank David inzwischen habe) zum Einschlafen. Das ist nötig nach einem Tag, der mir die Nachricht brachte, dass ich wohl weite Teile der nächsten zwei Monate hier leben darf. Dem Seniorat sei dank, denn das Gästezimmer, in dem ich gerade sitze, soll eigentlich nicht länger als zwei Wochen bewohnt werden, schließlich ist es als Unterkunft für Gäste (daher der Name Gästezimmer, sechster schlechter Wortwitz) gedacht. Da ich aber gerne und sehr willentlich das Zimmer räume, wenn es von Hausbewohnern gebraucht wird, bekomme ich für die nächste Zeit eine Sonderregelung. Die beruhigt mich sehr - damit kann ich sorgenfrei hoffen, dass ich meine erste richtige Stelle antreten kann und ich kann die wunderbare Gemeinschaft des Goebenstift noch ein bisschen genießen.
Geburstag, Diplom, Unterkunft und eventuell Arbeit - lasst uns darauf anstoßen und dick Daumen drücken, dass der Betriebsrat Dienstag sagt: Ja, die Elisabeth beschäftigen wir zwei Monate.
Anbei ein paar Eindrücke und Schnipsel, die vorher immer verloren gingen.
Ich saß heute nachmittag in dem wunderbaren Cafe mit den Waschmaschinen und war sehr erfreut darüber, dass man sich dort sicher sein konnte: Die Handtücher sind immer frisch gewaschen (sie riechen sogar gut :) )
Außerdem ein Zitat von einem Freund von mir, der zwei Klausuren vergessen hat. Also, sie sind ihm noch rechtzeitig eingefallen, aber etwa zwei Wochen vorher, als er gerade in zwei Hausarbeiten steckte. Man kann dazu jetzt viel sagen, aber wohl nicht das: "Da kann man mir jetzt auch keinen Vorwurf machen."
Im Waschsaloncafe gibt es heute übrigens leckeren Apfelkuchen. Ist auch im Rundumblick-Video zu sehen, in dem man wohl wenig sieht, aber hoffentlich Atmosphäre mitbekommt.
Geil.
Ein Buffet fast vor meiner Zimmertür, dass ich im Schlafanzug noch besuchen kann, weil Aline Geburtstag feiert, die sowieso einiges zu feiern hat, weil sie kürzlich ihre Diplomarbeit abgegeben hat. Ihr alles, alles Gute für die Arbeit und das neue Lebensjahr!
Der Abend war sehr schön. Angefangen hat er mit der Partie Frankfurt - Bremen, die völlig zu unrecht eins zu eins ausging. Gefolgt war er von freundlichen Unterhaltungen und der Aussicht, dass es eine quasi ökumenische Kirche gibt, die sowohl die Wärme als auch die Tradition bzw. die offene Wissenschaftlichkeit vereinen soll. Soweit klingt das doch mal interessant! Irgendwann brauche ich aber auch das weltliche Gegenprogramm und werde mich bei ein, zwei Parteien umsehen.
Vorerst gebe ich mich ganz mit meiner Lieblings-Ersatzreligion zufrieden und sehe eine Episode Star Trek (diesmal TOS im Orginal, die ich dank David inzwischen habe) zum Einschlafen. Das ist nötig nach einem Tag, der mir die Nachricht brachte, dass ich wohl weite Teile der nächsten zwei Monate hier leben darf. Dem Seniorat sei dank, denn das Gästezimmer, in dem ich gerade sitze, soll eigentlich nicht länger als zwei Wochen bewohnt werden, schließlich ist es als Unterkunft für Gäste (daher der Name Gästezimmer, sechster schlechter Wortwitz) gedacht. Da ich aber gerne und sehr willentlich das Zimmer räume, wenn es von Hausbewohnern gebraucht wird, bekomme ich für die nächste Zeit eine Sonderregelung. Die beruhigt mich sehr - damit kann ich sorgenfrei hoffen, dass ich meine erste richtige Stelle antreten kann und ich kann die wunderbare Gemeinschaft des Goebenstift noch ein bisschen genießen.
Geburstag, Diplom, Unterkunft und eventuell Arbeit - lasst uns darauf anstoßen und dick Daumen drücken, dass der Betriebsrat Dienstag sagt: Ja, die Elisabeth beschäftigen wir zwei Monate.
Anbei ein paar Eindrücke und Schnipsel, die vorher immer verloren gingen.
Ich saß heute nachmittag in dem wunderbaren Cafe mit den Waschmaschinen und war sehr erfreut darüber, dass man sich dort sicher sein konnte: Die Handtücher sind immer frisch gewaschen (sie riechen sogar gut :) )
Außerdem ein Zitat von einem Freund von mir, der zwei Klausuren vergessen hat. Also, sie sind ihm noch rechtzeitig eingefallen, aber etwa zwei Wochen vorher, als er gerade in zwei Hausarbeiten steckte. Man kann dazu jetzt viel sagen, aber wohl nicht das: "Da kann man mir jetzt auch keinen Vorwurf machen."
Im Waschsaloncafe gibt es heute übrigens leckeren Apfelkuchen. Ist auch im Rundumblick-Video zu sehen, in dem man wohl wenig sieht, aber hoffentlich Atmosphäre mitbekommt.
Wednesday, April 6, 2011
Früher Sommer statt -ling
Was würde ich gerne die Atmosphäre dieses Gartens, in dem ich gerade sitze, packen und nach Regensburg und München, ja am besten ins ganze Land streuen!
Apfelblüten zieren den sattgrünen Rasen um mich herum, links ein rosablühender Strauch, Narzissen und rote, rosa, gelbe und gelbrote Tulpen, eine altertümliche Mauer vor mit dutzende grüne und blühende Bäume und Büsche!
Kinderkrakelen aus dem Nachbargarten, gurrende Tauben, zwitschernde Vögel, überall freundliche Gespräche und Besteckgeklapper aus den offenen Fenstern des Goebenstifts (zum Beispiel von Aka, die eben telefonierte ;) ) und zum Liebreiz Übermut eine Amsel, die lautlos durchs Gras hopst, während eine braun-schwarz-melierte Katze über die Gartenmauer streicht. Zu alledem ist es warm genug, um im leichten Shirt jetzt noch draußen zu sitzen, um genau 20 Uhr 01.
Ich begann meinen Feierabend früh, schon um vier. Hier traf ich Aline, die Frühlingsfotos vom Poppelsdorfer Schloss machen wollte und so begleitete ich sie dorthin, schoss Fotos von Gänsen, Schildkröten, Magnolien und so allerlei mehr, bevor wir uns ein Eis kauften und in den Botanischen Garten gingen.
Es ist ein Feierabend. Die Woche kumuliert sich heute jobtechnisch mit einem Vorstellungsgespräch bei dem weltweit größten Stipendiengeber für wissenschaftliche Auslandsaufenthalte. Natürlich alles nur klein klein und beschränkt auf sage und schreibe zwei Monate, aber immerhin. Mit einem Assessmentcentertermin in München und einem Anruf von der Süddeutschen Zeitung heute ist das doch ein guter Tag für meine Karriere.
Weil ich aber eine Veröffentlichung in einer sicherheitspolitischen Zeitschrift noch im Auge habe, mache ich mich jetzt mal wieder an die wissenschaftliche Arbeit.
Apfelblüten zieren den sattgrünen Rasen um mich herum, links ein rosablühender Strauch, Narzissen und rote, rosa, gelbe und gelbrote Tulpen, eine altertümliche Mauer vor mit dutzende grüne und blühende Bäume und Büsche!
Kinderkrakelen aus dem Nachbargarten, gurrende Tauben, zwitschernde Vögel, überall freundliche Gespräche und Besteckgeklapper aus den offenen Fenstern des Goebenstifts (zum Beispiel von Aka, die eben telefonierte ;) ) und zum Liebreiz Übermut eine Amsel, die lautlos durchs Gras hopst, während eine braun-schwarz-melierte Katze über die Gartenmauer streicht. Zu alledem ist es warm genug, um im leichten Shirt jetzt noch draußen zu sitzen, um genau 20 Uhr 01.
Ich begann meinen Feierabend früh, schon um vier. Hier traf ich Aline, die Frühlingsfotos vom Poppelsdorfer Schloss machen wollte und so begleitete ich sie dorthin, schoss Fotos von Gänsen, Schildkröten, Magnolien und so allerlei mehr, bevor wir uns ein Eis kauften und in den Botanischen Garten gingen.
Es ist ein Feierabend. Die Woche kumuliert sich heute jobtechnisch mit einem Vorstellungsgespräch bei dem weltweit größten Stipendiengeber für wissenschaftliche Auslandsaufenthalte. Natürlich alles nur klein klein und beschränkt auf sage und schreibe zwei Monate, aber immerhin. Mit einem Assessmentcentertermin in München und einem Anruf von der Süddeutschen Zeitung heute ist das doch ein guter Tag für meine Karriere.
Weil ich aber eine Veröffentlichung in einer sicherheitspolitischen Zeitschrift noch im Auge habe, mache ich mich jetzt mal wieder an die wissenschaftliche Arbeit.
Monday, April 4, 2011
Post aus der Heimat
sevimli abla, senin kartalpost bugün geliyor. Cok tesekkür ederim! Üzgünüm bulusmiyorsunuz! Gecmis olsun! Öpücük!
Dieser hübsche Junge hängt seit heute an meiner Tür und bereitet mir viel Freude.
Überhaupt gibt es viel Grund zur Freude. Ein sehr schönes Wochenende habe ich dank den drei eingereisten Bayern hinter mir, das viel Kraft und Freude gegeben hat. Der Arbeitstag heute war entspannt und ich konnte etwas tun, was ich sehr gut kann: mit Word arbeiten. Außerdem habe ich mir gestern am verkaufsoffenen Sonntag Schuhe gekauft und saß gerade noch mit sehr lieben Goebis in der Küche, habe geratscht und Leberkäs gegessen.
Leberkäs kann ich beim besten Willen nicht auf Hochdeutsch bestellen. Ich stand an der Theke und wollte sagen: Ich hätte gerne eine Portion Leberkäse mit Senf. Raus kam aber eher sowas wie: "I hätt gernan Leberkäs aba ohne Semml. Kanntns ma an Senf dazua geam?" Des mit dem Senf hats dann nimmer verstanden, die Fleischwarenfachverkäuferin.
Ach richtig, gestern abend war ich schon kurz mit ein paar (ebenfalls sehr lieben) Goebis in der Witwe, das ist so eine Kneipe um die Ecke. So lasse ich mir meine Tage doch gefallen. Morgen gibt es ein Mittagessen mit jemandem, der im GSI als Dozent arbeitet, und Donnerstag schaue ich mir eine Predigt von Slawa an. Das wird sicher lustig.
Leider kann meine sehr liebe gute Freundin Yasemin am Wochenende nicht kommen, weil etwas Dringendes sie außer Lande führte. Meine besten Wünsche begleiten sie.
Ich nutze die Abendstunde noch zur Recherche und sehe dann ein bisschen Fußball. Ereignisreiche, schöne Tage.
Sunday, April 3, 2011
Rätsel in der Dunkelheit
Na, wer hats erkannt? Das gilt übrigens als der vierte schlechte Wortwitz.
In Köln waren wir heute und sind soooo viel gelaufen - es war gut für die Figur, mittel für den Geldbeutel und sehr gut fürs Gemüt.
Vier Bayern in Köln ist natürlich etwas, was für Verwirrung sorgt. Bei den Bayern.
Wir liefen im Endeffekt nur die Strecke zwischen Hauptbahnhof und Rhein, also Fußgängerzone und Heumarkt. Während der sieben Stunden Aufenthalt haben wir gegessen, zwei Pullis und ein Oberteil eingekauft, Rhein geguckt (fünfter schlechter Wortwitz) und das Schokomuseum besucht. Und den Dom angekuckt natürlich!
Das alles bei wunderschönem Wetter und bei mir bei sehr schlechtem Schuhwerk, was dazu führte, dass ich auf dem Kopfsteinplaster immer nach links und rechts knickte. Jetzt habe ich einen leicht geschwollenen Knöchel, aber das macht nix. Dafür habe ich mich um so mehr auf Bonn gefreut, weil das so wenig Kopfsteinpflaster hat. Neben dem schönen Wetter ein ganz klarer weiterer Vorteil gegenüber Regensburg, das ich nun wohl oder übel doch wieder aufsuchen muss.
Bevor das aber passiert, habe ich mich sehr an einem netten, süffigen Abend im Goebenstift freuen dürfen, wo ich mit Jo, Toni und Verena in der Küche saß, as, mit Raika und ihrem Freund sprach und später Rätsel austauschte, vier waren es. Eines vom Bücherwurm, dann das von den Türen zu Himmel und Hölle (das ich als Weiß- und Rotfußindiander von meiner Familie kannte), das von Romeo und Julia und das vom Toten in der Telefonzelle. Später kam dann noch Slawa dazu, der uns angetrunkene Gemeinde völlig baff machte, als er die ersten beiden Rätsel ohne großen Aufwand allein löste. Dafür hat er sich nicht so an dem sehr albernen Witz von Jo freuen können wie Toni und ich. Ich kichere jetzt noch. Aber den muss man erzählen :)
Es war eine gute Nacht, ich hoffe ihr habt eine eben solche!
In Köln waren wir heute und sind soooo viel gelaufen - es war gut für die Figur, mittel für den Geldbeutel und sehr gut fürs Gemüt.
Vier Bayern in Köln ist natürlich etwas, was für Verwirrung sorgt. Bei den Bayern.
Wir liefen im Endeffekt nur die Strecke zwischen Hauptbahnhof und Rhein, also Fußgängerzone und Heumarkt. Während der sieben Stunden Aufenthalt haben wir gegessen, zwei Pullis und ein Oberteil eingekauft, Rhein geguckt (fünfter schlechter Wortwitz) und das Schokomuseum besucht. Und den Dom angekuckt natürlich!
Das alles bei wunderschönem Wetter und bei mir bei sehr schlechtem Schuhwerk, was dazu führte, dass ich auf dem Kopfsteinplaster immer nach links und rechts knickte. Jetzt habe ich einen leicht geschwollenen Knöchel, aber das macht nix. Dafür habe ich mich um so mehr auf Bonn gefreut, weil das so wenig Kopfsteinpflaster hat. Neben dem schönen Wetter ein ganz klarer weiterer Vorteil gegenüber Regensburg, das ich nun wohl oder übel doch wieder aufsuchen muss.
Bevor das aber passiert, habe ich mich sehr an einem netten, süffigen Abend im Goebenstift freuen dürfen, wo ich mit Jo, Toni und Verena in der Küche saß, as, mit Raika und ihrem Freund sprach und später Rätsel austauschte, vier waren es. Eines vom Bücherwurm, dann das von den Türen zu Himmel und Hölle (das ich als Weiß- und Rotfußindiander von meiner Familie kannte), das von Romeo und Julia und das vom Toten in der Telefonzelle. Später kam dann noch Slawa dazu, der uns angetrunkene Gemeinde völlig baff machte, als er die ersten beiden Rätsel ohne großen Aufwand allein löste. Dafür hat er sich nicht so an dem sehr albernen Witz von Jo freuen können wie Toni und ich. Ich kichere jetzt noch. Aber den muss man erzählen :)
Es war eine gute Nacht, ich hoffe ihr habt eine eben solche!
Thursday, March 31, 2011
Magnolie
Heute hier eine Magnolie, von denen es in Bonn ganz viele gibt, die auch schon blühen. Blühen tun auch Narzissen in rauen Mengen, was mich besonders freut, weil Narzissen meine Lieblingsblumen sind.
Bonn läuft zur Hochform auf. Auf die letzten zwei Wochen zeigt es sich von seiner sonnigsten, blühendsten Seite und versüßt mir die Tage mit guten Unterhaltungen, spannenden Möglichkeiten und lieben Gästen.
Ein kurzfristiger Besuch von Stefan führte mich Dienstag auf den Löwenstein. Sanft und verschlungen zog sich ein Wanderweg durch lichte Bäume in voller Knospe entlang einem kleinen Bach namens Anna. Der Weg mündete auf einer Kuppe mit einer Lichtung, die tief ins Land blicken ließ. Schließlich wurde noch ein steilerer Gipfelanstieg wieder durch Laubwald belohnt mit einer Ruine und einem vollen Rundumblick in der Sonne. Zum Fuße des Berges natürlich der Rhein, in den kleine Landzungen führen, auf deren einer wir bis kurz vor Sonnenuntergang saßen, umgeben von Schiffen, Haubentauchern, Schwänen, und einem Unbekannten, der auf seiner Decke saß und ein Bier trank. Gute Idee, der ganze Tag.
Laufen und Frischluft sind gerade recht für den Büromenschen. Das belebt Körper und Geist und lässt schlaffe Muskeln fit werden, die beim nächsten Mittagessen wieder mit mehr Speck beschwert wurden. Der Büromensch muss mittags essen. Ich weiß zwar nicht, wieso, aber es ist so. Alles wird beim Mittagessen besprochen. Wem ich auch meine Karte in die Hand drücke, sie sagen alle: "Melden Sie sich, dann gehen wir Mittagessen." Nie sagt einer: "... dann gehen wir ein Glas Wasser trinken" oder " ... dann gehen wir spazieren." Kein Wunder, dass Politiker mit zunehmender Bedeutung zunehmend zunehmen (zweiter schlechter Wortwitz), so wie Merkel. Wahrscheinlich war das auch Auslöser bei Kohl, aber in dem Ausmaß verstehe ich es dann nicht mehr. Egal, tragisch für die Figur ist es auf jeden Fall, dabei habe ich bei meinem letzten Mittagessen mit einem Funktionär eigentlich eine ganz gute Figur gemacht. (Dritter schlechter Wortwitz). Dieses Mittagessen war gleich Mittwoch, und die Wanderung hat sicher zu meiner Ausgeglichenheit und Souveränität im Gespräch beigetragen.
Abends war ich wieder mit Stefan in der Stadt spazieren und habe noch eine Episode Star Trek gesehen. Das ist ein wunderbares Einschlafmittel gegen jegliche Art von Schlafstörungen. Hilft sicher auch gegen Alpträume, die ich hier überhaupt nur erwähne, weil ich neulich einen hatte. So einen Alptraum darf man ja schon mal haben und stört oder erschreckt mich so nicht im Geringsten. Im Gegenteil, meistens freut es mich, weil die, wie alle Träume, schöne Vorlagen für Kurzgeschichten liefern. Daher schreibe ich sie immer gleich auf und weiß noch wirklich viele (also auch normale Träume). Aber dieser Alptraum hat mich doch erschreckt, weil darin Johnny Depp gewaltsam zu Tode kam. Er stand auf einer einstürzenden Holztreppe, von der ein Balken absprang, der sich ihm von hinten durch die Brust bohrte und ihn gegen die Zimmerdecke schleuderte. Da hing er dann.
Ich weiß garnicht, was mich am meisten daran verwirrt: einerseits habe ich noch nie von Prominenten geträumt, andererseits mag ich Johnny Depp. Immerhin hat der Traum für eine kleine Episode hier gesorgt, und damit hat er schon seine Berechtigung.
Am Wochenende wird sicher nicht geschrieben, obwohl es wohl besonders viel zu erzählen gibt. Drei Gäste erwarte ich, die ich auf mein Zimmer und den Andachtsraum aufteilen werde zum Schlafen und sonst den ganzen Tag beschäftigen werde mit Stadtbesichtigungen tags und nachts und wandern. Aber ich darf nicht zuviel verraten, die sind nämlich Leser. Daher schnell ein Ablenkungsmanöver in Bildern: Löwenstein-Fotos, inklusive der versprochenen Magnolie, und nachgereicht dieStraßenlaterne bei Tag.
Bonn läuft zur Hochform auf. Auf die letzten zwei Wochen zeigt es sich von seiner sonnigsten, blühendsten Seite und versüßt mir die Tage mit guten Unterhaltungen, spannenden Möglichkeiten und lieben Gästen.
Ein kurzfristiger Besuch von Stefan führte mich Dienstag auf den Löwenstein. Sanft und verschlungen zog sich ein Wanderweg durch lichte Bäume in voller Knospe entlang einem kleinen Bach namens Anna. Der Weg mündete auf einer Kuppe mit einer Lichtung, die tief ins Land blicken ließ. Schließlich wurde noch ein steilerer Gipfelanstieg wieder durch Laubwald belohnt mit einer Ruine und einem vollen Rundumblick in der Sonne. Zum Fuße des Berges natürlich der Rhein, in den kleine Landzungen führen, auf deren einer wir bis kurz vor Sonnenuntergang saßen, umgeben von Schiffen, Haubentauchern, Schwänen, und einem Unbekannten, der auf seiner Decke saß und ein Bier trank. Gute Idee, der ganze Tag.
Laufen und Frischluft sind gerade recht für den Büromenschen. Das belebt Körper und Geist und lässt schlaffe Muskeln fit werden, die beim nächsten Mittagessen wieder mit mehr Speck beschwert wurden. Der Büromensch muss mittags essen. Ich weiß zwar nicht, wieso, aber es ist so. Alles wird beim Mittagessen besprochen. Wem ich auch meine Karte in die Hand drücke, sie sagen alle: "Melden Sie sich, dann gehen wir Mittagessen." Nie sagt einer: "... dann gehen wir ein Glas Wasser trinken" oder " ... dann gehen wir spazieren." Kein Wunder, dass Politiker mit zunehmender Bedeutung zunehmend zunehmen (zweiter schlechter Wortwitz), so wie Merkel. Wahrscheinlich war das auch Auslöser bei Kohl, aber in dem Ausmaß verstehe ich es dann nicht mehr. Egal, tragisch für die Figur ist es auf jeden Fall, dabei habe ich bei meinem letzten Mittagessen mit einem Funktionär eigentlich eine ganz gute Figur gemacht. (Dritter schlechter Wortwitz). Dieses Mittagessen war gleich Mittwoch, und die Wanderung hat sicher zu meiner Ausgeglichenheit und Souveränität im Gespräch beigetragen.
Abends war ich wieder mit Stefan in der Stadt spazieren und habe noch eine Episode Star Trek gesehen. Das ist ein wunderbares Einschlafmittel gegen jegliche Art von Schlafstörungen. Hilft sicher auch gegen Alpträume, die ich hier überhaupt nur erwähne, weil ich neulich einen hatte. So einen Alptraum darf man ja schon mal haben und stört oder erschreckt mich so nicht im Geringsten. Im Gegenteil, meistens freut es mich, weil die, wie alle Träume, schöne Vorlagen für Kurzgeschichten liefern. Daher schreibe ich sie immer gleich auf und weiß noch wirklich viele (also auch normale Träume). Aber dieser Alptraum hat mich doch erschreckt, weil darin Johnny Depp gewaltsam zu Tode kam. Er stand auf einer einstürzenden Holztreppe, von der ein Balken absprang, der sich ihm von hinten durch die Brust bohrte und ihn gegen die Zimmerdecke schleuderte. Da hing er dann.
Ich weiß garnicht, was mich am meisten daran verwirrt: einerseits habe ich noch nie von Prominenten geträumt, andererseits mag ich Johnny Depp. Immerhin hat der Traum für eine kleine Episode hier gesorgt, und damit hat er schon seine Berechtigung.
Am Wochenende wird sicher nicht geschrieben, obwohl es wohl besonders viel zu erzählen gibt. Drei Gäste erwarte ich, die ich auf mein Zimmer und den Andachtsraum aufteilen werde zum Schlafen und sonst den ganzen Tag beschäftigen werde mit Stadtbesichtigungen tags und nachts und wandern. Aber ich darf nicht zuviel verraten, die sind nämlich Leser. Daher schnell ein Ablenkungsmanöver in Bildern: Löwenstein-Fotos, inklusive der versprochenen Magnolie, und nachgereicht dieStraßenlaterne bei Tag.
Monday, March 28, 2011
14095 Worte (insgesamt)
Wie belebend ein Wochenende voller Wanderungen und Laufen, mit viel frischer Luft, Sonnenschein, Bildung, Protest und Gespräch sein kann! Vielleicht ist es der Frühlingsanfang gewesen, vielleicht die Aktivität, aber wahrscheinlich doch die heimelige Nestwärme, die Vater und Bine nach Bonn importierten. Weil ein Bild mehr sagt als tausend Worte, hier mindestens 14043 Worte:
Köln am Samstag
Drachenfels am Sonntag:
Köln am Samstag
| Dom |
| Architektur? |
| Guck Papa, ein Osterhase! ;) |
| Pop-Schätzchen, Liebelchen! |
| Das geht links, rechts und hinten noch weiter! |
| Da stehn sie :) |
| "Aber Poesie ist doch wichtig im Alltag" |
| Drache und Fels |
| Schloss Drachenfels - 50 Jahre älter als Disneyland |
Subscribe to:
Posts (Atom)










