Friday, May 10, 2013

N D

Langeweile und seichgang, schwundlos und öde. Der halbherzige Versuch, einen komatösen wiederzubeleben, der ach so lange keine Lebenszeichen mehr von sich gibt. Pathetisch, vergessbar.
Aber anonyme Kommentare? Sind wir soweit, litearische Untiefe mit verbalen Tiefschlägen zu quittieren?
Sei's dru, ich weiß es ja alles, selber besser. Der Kick, der mir fehlte, kam von außen. Solang er nur kam.

's ist Zeit, wohlan. Was lange fehlte, nimmt jetzt Schwung um mit frischer Kraft einzumotten, was da solange schon brökelt. Was einmal Granit war zeigt sich heute als poröses Leerwerk. Schwer wird es nicht, das zum Einstürzen zu bringen. Eine fremde Zeile reicht.

Keine bücherdicken Ausdrucke, die in klitzekleines Konfetti zerissen werden, nein, wenn soviel Esprit noch wäre, gäbe es ein Weiter.

Ein paar Danksagungen, das ja. Gut war es, schön, wieder zu lesen, viel fixierte ewige Erinnerung, denn das Inrternet vergisst nicht. Danke vor allem an dich, denn ohne dich wäre nichts aufgebaut.

Auch ein Schuldeingeständnis, wohl angebracht. Ich zeigte die kalte Schulter, wurde bequem, fett, wie Rom. Wohlstand, du alte Sau.

Zum Abschied ein paar Fotos, etwas Musik











Ruhmlose verletzte Worte

Versprochene Bilder:


Alltag

Drache
Droge

Grund

  



Nicht vergessen!

Wegweiser










Damit wars das.


N D



Saturday, April 27, 2013

Smalltalk ist ein Vertrauensbeweis an die Fremde

Zwei Stunden Fitnessstudio, eine Stunde davon auf dem Fahrrad, eine auf dem Crosstrainer;
Dabei fernsehen; Ich habe keinen Fernseher, ich gehe zum Fernsehen ins Fitnessstudio. Man kann nur gucken solange man tritt. Sonst geht der Strom aus und man hört keinen Ton mehr. Die Bildschirme laufen weiter, acht haben sie, wo 24 Stunden jeweils der gleiche Sender läuft. Zumindest glaube ich das. Ich war noch nie 24 Stunden lang dort, aber das Studio hat 24 Stunden geöffnet.
Mein Freund schrieb eine SMS, als ich gerade durch die Tür ging um nach Hause zu gehen. Das nenne ich Timing. Leider reagierte er nicht auf meine Antwort. Aber morgen ist auch noch ein Tag. Zumindest weiß er, dass es mir gut geht, wenn er morgen aufwacht. Ich hoffe, er wacht gut auf.
Daheim angekommen, setzte ich mich auf die Dachterrasse. Der Mond zog mich an. Er ist rund und voll. Kleine Schleierwolken umranden ihn. Nach einer Weile innehalten kamen die Geräusche der Nacht zu mir. Reudige Katzen, die einsam ihren Jammer in die Welt schreien. Fernes Autorauschen. Und der unvermeidlich-kitschige Wind in den Blättern.
Gut, wenn ein Wetterbericht einmal nicht recht hat. Er sagte: Regen. Er sagte: kalt.
Das heben wir uns mal schön für morgen auf, frühestens. Wir hatten drei Tage schönes Wetter, am Stück. Gestern konnte ich sogar ein Kleid tragen, ohne Strumpfhose. Drei Tage, nach einem erbarmungslos langem Winter. Und ich meine Winter - vor drei Wochen hat es noch geschneit, und jetzt haben wir bald Mai. Wenn man so einen bösen, grauen, kalten, verschneit-vermatschten Winter so lange um sich hat, muss man einfach vom Wetter reden. Auch, wenn es das langweiligste Blogthema überhaupt ist.
Oder anders: Wenn man sich solange nicht gesehen hat wie wir uns, dann redet man wohl unvermeidlich über's Wetter. Erbärmlicher kleiner Small-Talk, den ich da führe. Wie jeden Tag in der Arbeit, mit diesen Kollegen, die man immer nur ganz kurz die Woche sieht. Nein, nicht erbärmlich, der Small-Talk. Gutes Bindemittel mit Fremden, die man gerne zu Freunden machen will, weil man davon ausgeht, dass sie nett sind. Also ein Vertrauensbeweis in die Fremde. Fremde im Sinne von Fremdheit.

Blogschreiben ist leichter auf Reisen. Natürlich besonders einfach, wenn man konkret reist, zum Beispiel nach Kalifornien. Zumindest wenn man die Zeit dazu hat. Aber auch auf übertragenen Reisen ist Bloggen viel einfacher. Zum Beispiel auf der Reise in die Berufstätigkeit, wie in Bonn. Da ist Bloggen einfach mal kein Problem, ja, im Gegenteil, es verbessert das ganze Geschehen.

In München bin ich angekommen. Schon als ich in München ankam, war ich eigentlich angekommen. Seit ich aber Bruckengangsterin bin, hab ich auch ein Zuhause. Mit Garten und Tandem und Gartenzwerg und Garage, und mit bellendem Nachbarshund, mit gemeinsam Abendessen, mit Fahrrad vor der Tür und dem universellen Alles-Gut-Gefühl. Was soll man da schon schreiben? Alles gut?

Das ginge. Ja, das ginge sicher. Ich könnte, einfach so, jeden Tag schreiben: alles gut. Und genau da liegt das Problem, nicht wahr? Mir graut davor, es zu bestätigen, dieses abgedroschene Klischee, aber Kunst, selbst so eine banale Kunst wie Blogschreiben, bedarf einer Triebfeder. Nein, schlecht gehen muss es dem Künstler nicht, nein - wobei es hilft, garkeine Frage. Aber stillstehen darf er nicht. Und offentichlich darf es ihr auch nicht zu gut gehen. Das killt die Kreativität.

Nur: warum schreibe ich das hier dann?

Die Gläser hoch auf eine neue Sinnreise! Setzt die Segel, hebt den Anker! Wir begeben uns auf eine Reise zum Ursprung der letzten Frage.

Morgen!

Saturday, September 1, 2012

Zur Kunst

Schöner Tag, schöner Tag, braver Tag, guter Tag.
KUNSTblog, das hier ist ein KUNSTBLOG

Vorgestern war ich moderne Kunst anschauen mit der Eva, in der Sammlung Brandhorst. Da war ich zum ersten Mal. Das hatte ich mir gewünscht, weil ich nämlich schon zu häufig im Deutschen Museum war. Also waren Eva und ich in der Sammlung Brandhorst. Die Sammlung Brandhorst besteht aus drei Stockwerken Moderner Kunst. Unter anderem hängt im obersten Stock ein Riesen-Gemälde-Werk von einem Künstler namens Twombly, der auf zwölf überdimensionierten Leinwänden die Schlacht von Lepanto darstellt. Es ist blau mit roten Klecksen und schwarzen Strichen. Das sind brennende Schiffe und normale Schiffe. Warum sich ein Künstler dieses Motiv aussucht war uns ein Rätsel. Wenn ich als Künstler schon zwölf Riesen-Leinwände mit Farbe bepinsle, würde ich doch vorschlagen, dass man ein Motiv sucht, das nicht schon hunderte von Künstlern vor einem gemalt haben, und vor allem so, dass man die Schiffe tatsächlich erkennt, und die Flammen! Eva und ich waren uns auch einig, dass vor allem zwei Bilder nicht recht in den restlichen Zyklus passten. Sie waren auch blau - blau für Wasser,  Seeschlacht von Lepanto, ja? - und draufgemalt waren dann Halbkreise mit ein paar Strichen. Das waren Ruderschiffe, das ist völlig logisch, Ruderschiffe eben. Aber die anderen Bilder waren eben deutlich bunter, und irgendwie liebevoller, diese bunten Feuerflecken, da sah das Bild auch viel voller aus. Und diese beiden - Naja, also der Xaver, der Sohn von der Eva, bekäme das auch hin, versicherte mir die Eva. Xav ist knapp ein Jahr. Wir sollten ihm zum Geburtstag unbedingt eine überdimensionierte Leinwand und Wasserfarbe schenken, vielleicht finanziert er sich damit seine Ausbildung. In Harvard. Auf jeden Fall ist das prekäre an der Seeschlacht ja eigentlich: Es ist das Kernstück der Sammlung.
Auf den drei Ebenen haben wir dann aber doch ein, zwei Sachen gefunden, die uns wirklich gefallen haben. Zum Beispiel von einem Georg Herold große Pinselstriche in wunderschönen Farben nebeneinander aufgereiht. Also die Pinselstriche sind gut zweieinhalb Meter hoch und einen breit, und sie hängen da nebeneinander in den schönsten Farben: blau, lila, pink, grün, so ein sattes, helles Grasgrün, gelb und verschiedene Ockerfarben, ganz wunderschöne Farben einfach. Damit das ganze etwas Struktur kriegt und Farbtiefe, hat der Herr Herold dann noch Kaviar verteilt auf den Farbstrichen, die sehen so aus wie Luftbläßchen in frisch aufgetragener Farbe. Ganz hübsch, wirklich. Hier ist das Gelbe:

Auf der unteren Ebene, also im Keller der Sammlung, fanden wir dann noch einen Medizinschrank mit tausenden von Pillennachbildungen, alle bunt und irgendwie besonders. Das war ein Werk von Damien Hirst, der definitv ganz was besonderes ist, dieser eigenartige Mensch, der Tigerhaie in Formaldehyd einlegt. Wobei, das ist nicht ganz richtig, eigentlich war es nur ein Tigerhai. Trotzdem, eine seltsame Sache für einen Menschen zu tun. Wir haben uns auf jeden Fall recht begeistert diese Pillen angeschaut.

Der schönste Raum ist aber doch auf der oberen Ebene. Er hat mehrere Ledersessel mit kleinen Tischchen, die vor einer Glasfront positioniert sind. Die Glasfront zeigt auf den Rasen vor der Pinakothek der Moderne gegenüber der alten Pinakothek. Da saßen wir dann und blickten auf den Rasen und dachten uns, wie unterhaltsam es jetzt wäre, wenn auf dem Rasen Gladiatoren kämpfen würden oder wilde Tiere. Es kam auch ein Hund, der schon den richtigen Ansatz hatte und sich im Boden an irgendetwas festbiss, aber er hatte keinen zum Kämpfen leider. Wunderschön war es dort, wirklich wunderschön.


Letztes Highlight war wohl der Staubsauger, in den der Künstler mehrere Schläuche extra auf gesteckt hat. Er war auf ein Metallgestell drapiert, das etwas verrostet aussah. Der Clou ist aber der Kassettenrekorder, den der Künstler hineingetan hat, weil dort ein Band abgespielt wurde, auf dem eine Rede zu entarteten Kunst gespielt war - auf Sächsisch! Die Künstler haben sich beim Aufsprechen ebenso amüsiert wie wir beim Zuhören. Wir haben wirklich sehr viel gelacht in diesem Museum. Ob wir das Prinzip richtig verstanden haben, darf bezweifelt werden, aber das macht nix.

Danach sind wir noch spazieren gegangen über den Viktualienmarkt, wo wir natürlich Eingelegtes gekauft haben (Oliven, Artischocken, Pilze, allderlei). Zum Abschluss sind wir auf den alten Peter gestiegen, haben uns umgeschaut und fanden München wunderschön von oben. Ist es auch.






Wednesday, August 29, 2012

Der braucht n bißchen Leim

Gestern ist die Bombe geplatzt.

Beziehungsweise wurde sie geplatzt. Wenn eine Bombe in die Luft gesprengt wird von einem Sprengmeister, und vorher Stroh und Sandsäcke um sie rum aufgetürmt wurden, dann ist das nicht so schlimm. Da brennen nur ein paar Dachstühle ein bißchen, und die Fenster fliegen raus wegen der Druckwelle.

Die Leute, die von Ferne zugeschaut haben und ein Video gedreht haben, die haben sogar gejohlt als sie die Explosion gesehen haben.
Das find ich makaber. Man muss jetzt kein Grüner oder Pazifist sein, aber die meisten Menschen in Deutschland sind eher gegen Krieg. Für mich hat diese 250 Kilo Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg die Kriegssituation sehr gut wiederbelebt: Dicht besiedeltes Gebiet, dicht bebautes Gebiet, und eine riesige Bombe, deren Lichtkegel zehnmal größer ist als alles, was ich bisher gesehen habe. Nur diesmal wurde jeder Bewohner im Umkreis eines Kilometers evakuiert, und die Baustruktur der umliegenden Häuser ist um einiges stabiler, und es ist nur eine Bombe, und nicht dreißig. Ein weiterer großer Unterschied von damals und heute: heute können wir noch viel größere, bösere Bomben bauen.





Was mich aber wirklich zum Denken bringt über Krieg ist die Kombination dieser Fliegerbombe - die prekärerweise unter der Schwabinger Sieben lag, wo mein Vater schon hinging im Studium, und eine meiner Gutesten ständig war - neben dieser Bombe bringt mich auch das letzte Wochenende stark ans Denken an Krieg. Da haben wir nämlich einen Campingplatz gesehen, der sehr stark nach Feldlager im Krieg aussah. Schlammmassen wo man hinsah, übelkeiterregender Geruch nach menschlichen Exkrementen, Menschen, die völlig verschmutzt und ohne Schuhe durch wadenhohe braune Lachen Brackwasser gingen, taumelnde Menschen, wankende Menschen, Menschen die alleine nicht mehr gehen konnten, und darüber Gegröle, das leicht Schmerzensschreie hätten sein können. Es war das Chiemsee Reggae Festival, und auch wenn es gerade nicht so klingt, hat es echt Spaß gemacht, denn: wir haben ja nicht auf einem Campingplatz geschlafen.


Statt dessen haben wir bei jemandem geschlafen, der mir am nächsten Morgen erklärte, meine Kopfschmerzen stammten von Sonneneruptionen, die gerade besonders stark seien, weil die vielen Alienschiffe, die gerade um die Erde liegen, dauernd in die Sonne fliegen. Daher meine Kopfschmerzen am Folgetag eines Festivals, auf dem ich gut einen dreiviertel Liter Wodka Orangensaft getrunken habe! Als ich das dann wusste, waren meine Kopfschmerzen schlagartig weg. Danach hat er uns dann noch erzählt, dass es eine Familie gäbe, die das Geld auf der ganzen Welt druckt und beherrscht, bis auf vier Länder, die jetzt gerade angegriffen werden. Diese Länder sind natürlich überhaupt wunderbare Länder und die Machthaber foltern ihre Bürger auch garnicht (meinte dieser Mensch weiter). Die Familie, die das alles kann seit Jahrhunderten schon, das ist natürlich die Familie Rothschild. Ihr hattet es schon vorher erraten? War zu einfach, oder? Ja, wer an Sonnenerruptionen glaubt anstatt an Alkohol-Kopfschmerzen, der glaubt auch an die Rothschilds, es war tatsächlich zu einfach.

So kommt man von Krieg zu Krieg zu Krieg. Es sind kriegerische Wochen.

Dennoch will ich nicht inne halten und Frieden finden. Einerseits habe ich immer noch meinen Lauf, andererseits habe ich Angst davor, stehen zu bleiben. Etwas ist hinter mir her, etwas großes, ungeheures, und es wird mich verschlingen wie der Matsch auf dem Festival wenn ich stehen bleibe, wird mich in Fetzen reißen wie eine Fliegerbombe, und niemand wird mir helfen können, denn im Weltall bei den Aliens hört niemand dich schreien. Vielleicht ist Friede nicht automatisch Ruhe, vielleicht ist Ruhe auch manchmal der Krieg. Wie wäre es, wenn wir den Stillstand zum Krieg erklären und den Lauf zum Frieden? Lasst es uns umdrehen: Laufet hin in Frieden.

Saturday, August 11, 2012

Erste-Welt-Probleme (und Lösungen)

In Spanien kann man zur Sonne fahren und sich dort treffen

Heute habe ich einen Lauf. Es funktioniert alles, wirklich alles, fast genau so wie ich es haben wollte. [Deswegen habe ich gerade fantastische Laune, obwohl das eigentlich ein bißchen pervers ist.]

Es lief wirklich alles sehr gut heute. Morgens konnte ich erstens ausschlafen und zweitens noch entspannt eine halbe Stunde "Friends" sehen bevor ich aufstand. Hannah war gerade auf dem Weg zum Bäcker und brachte mir eine Semmel mit. Der Fahrradladen um die Ecke, zu dem ich nach einem Frühstück im sonnigen Garten fröhlich spazierte, hatte offen. Er tauschte mir den Schlauch, den ich letzte Woche kaufte um festzustellen, dass er nicht in meinen Reifen passt, kostenlos um. Danach startete ich mit dem Firmenwagen und Nick das Auto meiner Mutter, das ich als meines betrachten darf. Das bringt mir nicht nur ein Auto ein, sondern auch eine Versicherung die bei etwa fünfzig Prozent liegt. Mit selbigen Auto fuhr ich schließlich erst zu einem Tanzsportladen, der leider geschlossen war. Allerdings machte das nichts, weil dort ein anderer Sportladen war, der Gymnastikschuhe hatte, und andererseits mein Tätowierer, der mir irgendwann meinen Drachen nachstechen darf. Er ist so farblos und garnicht mehr so beeindruckend. [Ich habe ein bißchen Angst davor, daher ist es ganz gut, dass Ralph eh erstmal ausgebucht ist bis nächstes Jahr. Bis dato habe ich vielleicht weniger Angst. Damals hat es schon höllisch weh getan.]

Vom Laden im Nordwesten in München fuhr ich in den Südosten zu einem anderen Laden namens British-allsorts. Dort kaufte ich für einen Kollegen zwölf Packungen Hobnobbers Milchschokolade, für mich Tee, Senf und Orangenmarmelade und unterhielt mich wunderbar mit dem Shopkeeper auf British English. [Don't you just love that if somebody talks a decent English with a lovely accent? Well, I do, don't I, especially British English. There's just something special about it, no?]
Auf dem Nachhauseweg fuhr ich schnell noch am Aldi vorbei, machte WG-Einkäufe und versorgte mich selbst für die nächste Woche; ein Luxus, den ich noch nie in meinem Leben in einem Einkauf selbst erledigen konnte. [Normalerweise hätte es mir die Arme abgerissen oder zu schweren Fahrradunfällen geführt, oder beides, spätestens durch den Unfall. Diesmal aber nicht, wegen dem Auto.] Ganz entspannt fuhr ich schließlich wieder heim, traf nochmal zwei meiner lieben Mitbewohner Hannah und Nick und montierte mein Fahrrad dank und mit Mischas Werkzeug und Erklärung. [Mischa ist ein anderer Mitbewohner, der gerade mit seiner Freundin Sophia, eine andere Mitbewohnerin, an den Comer See gefahren ist. Super Idee grundsätzlich, aber trotzdem schade dass die beiden weg sind.]
Zu allem Überfluss reparierte ich dort in zwanzig Minuten mein Rad, erhielt dann einen freundlichen Anruf von Mirl, die mir dazu noch einen guten Kochtipp gab und aß später deliziös Lachs mit Pfifferlingen. Derweil meldete sich ein Freund von mir und bestätigte Tanzen heute abend, so dass ich nach diesem Blogeintrag, der auch noch auf dem Tagesprogramm stand, kurz abwaschen werde, mich umziehen und dann Tanzen fahren mit meinen neuen Schuhen. Das ist etwas, worauf ich mich wirklich sehr freue!

Kurz: es ist ein wunderbarer Tag. Alles läuft richtig. Das macht mich glücklich. Wenn irgendwas davon anders gelaufen wäre, wäre ich sicher nicht so glücklich wie ich es jetzt bin. Sicher, ich wäre schon immer noch entspannt und okay. Aber diese satte Zufriedenheit, die ich jetzt gerade in diesem Moment empfinde, während ich diese Zeilen tippe - an unserem Küchentisch am Fenster,  mit Blick auf einen Apfelbaum und es ist einfach alles in Ordnung - diese Zufriedenheit hätte ich bestimmt nicht.

Und da liegt doch der Hund begraben: Ist es nicht pervers, dass wir Luxus-Wessis so verwöhnt sind, dass uns so etwas wie falsche Schuhe zum Tanzen, eine verblasste Tätowierung oder kein Englischer Senf tatsächlich die Laune beeinflussen können? Ist das nicht wirklich ein bißchen pervers?

Das nächste Mal, wenn es mir die Laune verhagelt, sehe ich mir die Madrid-Bilder an und erinnere mich daran, dass ich eine wunderbare WG habe mit sehr netten Menschen, dass ich einen wunderbaren Freundeskreis habe in Deutschland verstreut, dass ich eine weitgehend gesunde Familie habe, die mich liebt, und dass ich gefälligst aufhören soll über Kleinigkeiten zu jammern. Weil, auch wenn man das mal darf, ist es doch total überflüssig und verdirbt einem nur die Laune.



Der Bayernshop am Hauptbahnhof ist größer

Schnickschnack-Laden

Hello Kitty hat ihren Kopf abgesetzt

Tauben auf allen Köpfen

Gleich packt er alles ein und rennt davon

Straße

Traumhaftes Wetter

Mercato San Michele - so gut!

der große Platz

Hello Kitty und Michelangelo mochten sich sehr gern

Carmen!

schon ein bißchen wie Märchenschlösser ...

diese Gebäude der Spanischen Bank :D




Schwein mit Apfel ...

verzehrt auf der Dachterrasse des Thyssen-Bornemisza



Vor dem Reina Sofia



Geschenkt bekommen - Kaffeelikör. Sehr köstlich



Harfinistin vor dem Palast





[Natürlich ist es alles gerechtfertigt, unglücklich über Erste-Welt-Probleme zu sein, denn jeder trägt immer am Schwersten an den eigenen Problemen, und wir leben auf hohem Niveau, also müssen wir auch jammern auf hohem Niveau. Dennoch freue ich mich gerade auch an der Tatsache, dass ihr und ich uns Erste-Welt-Probleme leisten können. Wenn wir über sie nicht unglücklich wären, wären wir über schlimmere Dinge unglücklich, und das wünsche ich keinem von uns.]

Friday, August 3, 2012

Modernde Technik


Ein Hotel mit kostenlosem Wlan, ein niegelnagelneuer Laptop und trotzdem kein Internet.
Ein Handy mit Wifi, 236 Freunde bei Facebook und trotzdem keiner der einem gute Nacht sagt.
Eine Metropole voller Menschen, aber keiner der vorbeigeht, bist du.

Das ist
Allein in Spanien


Dann also Carmen

Der Arbeitsteil vorbei, befreit, bereit, kein Problem weit und breit.
Madrid ist eine Großstadt, und was die Großstadt hat, das hatt' ich auch, schon im Mutterbauch.
Eine große Straße hat immer irgendwo einen Bus. Ein Bus fährt immer irgendwie zur U-Bahn, die U-Bahn fährt immer irgendwie in Richtung Hotel, und am Übersichtsplan der U-Bahn findet sich der Fußweg zum Hotel. So einfach, so schnell. Ich finde mich zurecht wie Ronaldo auf dem Spielfeld. Beim U-Bahnwechseln geht ein Spanier neben mir, die Nase im E-Books-reader während dem laufen. Wo ist noch der Unterschied zu daheim? Ah, richtig, etwa 15 Grad Celsius. Plus. Für Spanien.
Abends also Carmen.

Ein langer Tag, ein voller Tag. Man muss so viel machen, wenn man allein unterwegs ist, einkaufen und bummeln, Tickets kaufen, Sehenswürdigkeiten anschauen, in den Pool springen, U-Bahn fahren, nur keine Pause machen, nur keine Pause machen, nur keine Pause.
Sonst will man mit jemandem reden oder Händchen halten. Wenn aber keiner da ist, fängt man an nachzudenken und dir wird bewusst, dass du ganz allein in einer wunderschönen Stadt bist wo durchaus noch Platz wäre für einen mehr. Und dann fragst du dich, warum du denn nicht zumindest zu zweit hier bist. Und dann hast du verloren.

Dann eben Carmen, um das Gröbste zu verhindern. Ein Flamenco Ballett über eine Oper die in Spanien spielt ist der Nagel auf den Kopf getroffen und wirklich grandios. Nach drei Minuten dachte ich mir das ist das Beste was ich heute hätte machen können. Nach eineinhalb Stunden dachte ich mir: was, schon vorbei? Aber was soll man machen wenn die Heldin stirbt, ja? Was soll man da machen?

Kunst anschauen, natürlich. 
Und was soll das mit diesem Prado? Wenn ich so alte Kunst nicht mag, dann zahl ich keine 10 Euro dafür, sie mir anzuschauen mit hunderter anderer Touristen.
Dafür haben sie in der Reina Sofia und Thyssen Bornemisza. So viel Schwitters. Ich mag Schwitters, ja ich mag ihn sehr sehr. Zum Beispiel das hier:

Ich mag aber auch Miro den Bunten, Kandinsky den Verspielten, und Dali den Verrückten, ich mag sie alle, und ich mag sie im Original. Wie bei vielen Dingen, die man von weitem bewundert, sind sie alle viel kleiner wenn man vor ihnen steht. Bis auf Schwitters.


Aufregung und Entspannung und fantastisches Essen, ein Pool im Hotel, und abends der Palast in seiner ganzen weißen strahlenden Größe. Die Steinplatten die den Weg davor säumen sind warm von der Sonne die den ganzen Tag darauf schien. Man kann sich draufsetzen, weil sie dazu noch sauber sind. Im Lustgarten vor dem Palast sitzen Pärchen in den Ecken. Im Palastgarten selbst spielen - hinter verschlossenen Toren - ein Orchester und mehrere Sänger Arien aus Opern.

Am Ende kommt es aber doch wieder darauf raus: Ein Hotelzimmer für zwei allein. Die Illusion des Internets lehne ich diesmal ab. Mein E-Book habe ich fertig gelesen, so bleibt nur Blog schreiben und Geschichte schreiben. Die Geschichte wurde das letzte Mal vor einem Jahr richtig bearbeitet. Damals ist der Computer gestorben, der sie beinhaltet hat. Die letzte Sicherheitskopie war Monate alt, und viele Seiten sind einfach den verschwunden, den Bach runtergegangen, gestorben. Die Reanimationsversuche seither sind immer geprägt von dem verzweifelten Wissen, dass ich das alles schon mal geschrieben habe, und dass es damals gut war. Wirklich gut. Aber abends allein im Bett in Spanien war es mir dann egal. Lieber schlecht als garnicht geschrieben sag ich immer.  Wir nähern uns inzwischen immerhin wieder dem Höhepunkt, der Held ist gerade ins Gefängnis geworfen worden. Zum zweiten Mal.

Blogs zweimal schreiben würde ich nicht machen. Das ist Unfug. Aber vielleicht gehe ich ein zweites Mal nach Madrid. Dann aber zu zweit. So sehr ich die Unendlichkeit des Internets mit all seinen Chancen und Möglichkeiten nämlich auch liebe, so sind Menschen live mir doch lieber als elektronische.

Saturday, July 7, 2012

Neben Sachen

Lasst uns über Nebensachen sprechen. Was sind Nebensachen? Dinge neben Sachen. Was sind Sachen?

Sachen sind die ganz großen Dinge. Eine Sache ist zum Beispiel:
der Chef, der Freitag nachmittag dasteht und sagt:
ICH!
BRAUCHE!
DIESE!
ZAHLEN!
JETZT!

Dieser Chef ist böse und alles. Er versaut dir den frühen Feierabend. Du kommst um kurz nach sechs aus der Arbeit, zehn Minuten nachdem die Reinigung schließt, die dein Lieblingskleid für dich gewaschen hat.  Zu dem Date musst du also deinen Ersatzrock tragen, der an sich ganz schön ist, aber auf Teufel komm raus nicht zu den neuen Schuhen passt. Du ziehst notgedrungen die alten Latschen an mit den abgelaufenen Sohlen. Während des Tanzens prallst du unvermeidlich dauernd wie ein Elefant im Prozellanladen in deinen Traumpartner, bis dieser mit einem faustgroßen Bluterguss am Schienbein von der Tanzfläche humpelt. Er meldet sich nie wieder. Die Tanzprüfung fällt daraufhin ins Wasser. Völlig frustriert tanzt du nie wieder, weder konkret noch auf Wolke Sieben. Auf deiner Beerdigung wird keine Musik gespielt. Der Priester sagt traurig: "Mit Musik hat ihr Untergang begonnen," und alle weinen.

Das sind so Sachen. Sachen, die dir das Genick brechen, wenn es nicht die Nebensachen gäbe.

Der Donnerstag vor vier Wochen war voller Sachen. Ich stürzte mich auf sie wie ein Sumoringer auf einen Hobbit, in völliger Überzeugung des baldingen Sieges. Nach der zehnten, zwölften, zwanzigsten Sache sehnte ich mich nach Zucker in seiner schönsten Form, nach Schokolade. Meine Finger waren vom Hacken ganz taub geworden, mein Ohr war wund vom Telefon-Quetschen, meine Lippen aufgesprungen vom nervösen Draufbeißen. Aber neben mir saß ja Verena, die meinen verzweifelten Ruf nach Schokolade mit einem heißen Kakao aus dem fünften Stock beantwortete - unaufgefordert, kostenlos und mit einem Lächeln.

Selbst meine Heimatstadt in all ihrer Schönheit kann eine Sache werden, die mir sauer aufschlüge ohne das Zeug neben den Sachen. Dreißig Minuten Staufahrt für fünfzehn Minuten Strecke, Hagelschauer wenn du aussteigen musst, Beschwerden deiner Mitfahrer weil du in sie rempelst beim Einsteigen in eine U-Bahn, die in zwanzig Sekunden abfährst. Selbst München würde untergehen ohne SMS in denen steht: "Ich bin so froh, dass du wieder da bist. Knuddel dich!"

Überhaupt: wie sollte man "es" aushalten ohne Nebensachen? "Es", dieses große, bösartige Leben, dass dir einmal Steine in den Weg schmeißt, dann Lorbeeren auf deinen Kopf zieht und dann doch wieder die Tentakel rausholt und dich in die Tiefe zieht wie der Große Kraken die Black Pearl in Fluch der Karibik? Wie könnte ich es schaffen, ohne Hunger schlafen zu gehen, wenn Nick mir nicht seine Erdbeeren übrig gelassen hätte?

Garnicht.

Acht Buchstaben und ein Punkt, nochmal zum Mitlesen: Garnicht. Garnicht könnte ich das.

Aber es gibt sie, die Dinge neben den Sachen:

Verena sitzt immer noch in meiner Nähe und schenkt mir - wenn nicht Kakao - dreimal täglich ein strahlendes Lächeln.

Die Freundin, die mir die SMS schrieb, ist seit kurzer Zeit aus Schottland wieder zurück. Sie schrieb mir eine Karte, die mir das Herz lächeln macht. Nach langen und komplexen Terminabsprachen treffe ich sie Montag, um sie live in die Arme schließen zu können, nach und neben der Sache Arbeit.

Die Schale Erdbeeren steht leergefressen neben mir, genauso wie die Thermostasse, in der noch ein kleiner Schluck Kaffee war von heute nachmittag.

Es wird Zeit, ins Bett zu gehen. Es wird Zeit, Sachen loszulassen. Es wird Zeit zu schauen, was neben Sachen steht.

Friday, July 6, 2012

Nicht Bonn

Kannst du schnell zuhören? Ich bin schon fast weg.

In einer halben Stunde geht Alice's Geburtstagsfeier los, da muss ich hin, also schnell ein Kaffee im Garten. Ja, dieses Haus hat einen Garten, mit zwei Apfelbäumen, Beeten mit Zucchini, Salat und Kräutern. Kein Waschsaloncafe mit dem Duft von frisch gewaschener Wäsche, aber dafür singende Vögel. Auch kein Goebenstift mit 40 kunterbunten Leuten, dafür fünf richtig feine Leute, die naturverbunden sind, fleißig, sich gesund ernähren, alle arbeiten und lustig sind. Es sind auch ständig Gäste da, jetzt zum Beispiel Jens, mit dem Mischa mir gerade gegenüber sitzt und Bier trinkt.
So kann man solche Telefonate führen:
"Du willst in den Biergarten? Ich weiß nicht, ich trink grad Bier und sitz im Garten."

Nicht Bonn, eindeutig nicht Bonn. Keine Gründerzeit-Häuser, dafür Wald um die Ecke. Kein Fitnessstudio um die Ecke, dafür in neun Minuten beim Tanzkurs. Tanzen ist wichtig zur Zeit.
Seit einem halben Jahr tanze ich freitags in der TWS: Grundkurs, Fortgeschritten und Bronzekurs. Derweil hat sich eine freiwillige Tänzergruppe gebildet, die donnerstags noch tanzt, selbstorganisiert in der Studentenstadt. Und weil mir das nicht reicht, geh ich jetzt auch noch dienstags tanzen, als Gastdame in einem Anfägerkurs. Da lerne ich die Details nochmal ganz genau ohne zahhlen zu müssen. Das macht sich bezahlt, wie ich an den Tanzparties am Samstag oder Sonntag sehr merke. Inzwischen will ich mit Leuten von meinem Level kaum mehr tanzen, sondern suche mir Leute aus den Gold-Kursen. Oder aus dem Tanzkreis, noch eine Stufe höher, wie der Andi, der mit mir als Gastherr die Medaille am Sonntag tanzen wird. Morgen wird er auch nochmal den ganzen Abend mit mir üben, und er meint: "Da mach ich mir garkeine Sorgen bei dir, dass du das hinkriegst, die Bronzemedaille."

Der Bronzekurs ist seit einer Woche vorbei, und den Silberkurs mache ich erst nach den Sommerferien im September. Dazwischen gibt es ein, zwei andere Pläne, die ich gerne verfolgen möchte. Bevor ich die aber veröffentliche, möge ein wenig Zeit vergehen und die Pläne konkreter werden. Oder auch nicht. Denn auch, wenn es nicht Bonn ist, bietet München doch einige Möglichkeiten, seine Zeit angenehm zu verbringen. Der Wald, den ich eben erwähnte, bietet sich an zum Fahrrad fahren. Die Isar ist auch nicht weit weg, nur zehn Minuten, und in ihr kann man schwimmen.

Außerdem ist da ja auch noch der Freundeskreis, den ich durch die derzeitige Tanzeritis schwer vernachlässigte. Und die Familie mit Nichte und Schwester und Schwager und bald: Neffen. Und Vater und Bine natürlich, ja ja.

Zeitfresser, elendige. Selbst in meinem Plan steht kein Blog mehr.

Fairerweise muss man sagen, dass der Blog überhaupt gerade durch Geschichte ersetzt wird. Sie ist noch nicht fertig, die Geschichte. Immer noch nicht. Seit beinahe einem Jahr schreibe ich daran. Immerhin ist die Schlüsselszene vorbei. Danach sollte es leichter gehen, dachte ich mir. Wie eine Katarsis sollte sich danach alles entspannen und runterschreiben. Aber wie nur, wie soll es weiter gehen? So eigenartig, wenn man nach dem Höhepunkt einer Geschichte plötzlich dasteht und selbst dafür verantwortlich ist, sie weiter zu führen. Der arme Charakter ist mir auf Gedeih und Verderb ausgeliefert! Da darf ich kein Schindluder treiben, nein nein.

Gott sei dank habe ich aber Zeit hier. Der Job ist unbefristet, das Haus läuft auf vier Jahre, die Freunde bleiben hier, die Familie auch, die Tanzschule auch. Zeit genug, den Charakter sanft in ein Happy End zu führen. Eines Tages wird er mit seiner Holden in einem sonnigen Raum erwachen und sich freuen, wie schön alles aussieht.

Nicht in Bonn, aber vielleicht in München.

Thursday, July 5, 2012

Zurück

Ich bin zurück aus Bonn.

Zurück NACH Bonn zu gehen war die beste Idee überhaupt.

Bonn, du Schönheit voll Sonne und grün, du Goebenstift mit all deinen lieben Bewohnern, du Südstadt, ihr Gründerzeithäuser, ihr langen Abende, ihr vielen Kneipen. Du Bonn, du, schon allein der Name ist ein Kompliment.

Bonn ist gut. In Bonn wird man vom Bahnhof abgeholt. Man schläft in weichen Betten und wird morgens von der Sonne wachgeküsst, die in dein Zimmer scheint auf den Baum davor. In Bonn kann man Fähre fahren über den Rhein und dabei ein Kilo Kirschen vom Markt essen. Bonn hat immer noch den Garten, in dem Freunde Geburtstag feiern können.  Bonn hat viele schöne Geschäfte, wo man sich von Mirl anziehen lassen kann. Und Bonn heißt viele Kneipen wo man mit netten Menschen gut sitzen kann.

Ich flog entspannt von München nach Bonn. Am Flughafen begrüßte mich die Synchronstimme von Pierce Brosnan mit folgenden Worten:
Mirl holte mich vom Bahnhof ab. Wir aßen Gyros an der Poppelsdorfer Allee. In den Südbahnhof gingen wir danach auch noch, weil man das so macht vorm Schlafen. Am Samstag waren wir den ganzen Tag in der Stadt unterwegs, sind Bötchen gefahren über den Rhein, haben massenweise frisches Obst gekauft am Markt, und waren shoppen. Mirl hat mich eingekleidet. Immer, wenn ich aus der Kabine wollte, kam sie mit dem nächsten Teil. Erfreulicherweise kennt sie mich und meinen Geschmack, daher habe ich jetzt einen neuen Rock, zwei Oberteile und eine Jacke für mein Dirndl. Abends hatte Slawa seine Geburtstagsfeier, was sehr gut war. So traf ich doch noch David, den Sprachguru, der mir auch fehlte. Andere Nette wie Jakob, Conrad und Frank trafen wir natürlich auch. Nur Ebba nicht. Mit der gingen Mirl und ich dafür am nächsten Tag frühstücken von zwölf bis zwei. Was soll man sagen: Ratschereien eben. So wie es sein muss war es so als hätten wir uns gestern zuletzt gesehen und nicht vor einem halben Jahr. Dann musste ich wieder weg aus Bonn. Am Flughafen verabschiedete mich die Synchronstimme von Pierce Brosnan wieder und warnte:


So bin ich zurück, zurück aus Bonn, zurück im Blog, zurück in München, zurück daheim. Mal sehen wie lange ich hier bleibe.

Mission Impossible

Es ist Mittwoch, 15.12.2011, 13.59. Völlig genervt und fertig verlasse ich meinen Arbeitsplatz, um zehn Minuten lang dezidiert nicht an Arbeit zu denken. Mein Telefon begleitet mich, aber weder E-Mails noch Spielchen schaffen die verhoffte Ablenkung. Aus Verzweiflung und Langeweile wende ich mich an das elektronische Gesichtsbuch und lese die Nachrichten meiner Freunde. Hier finde ich endlich Ablenkung in dem Post von Mirl, die - mit einem verzweifelten Unterton - die Netzwelt fragt, ob jemand ihr einen doc-Anhang öffnen kann. Ich poste elektronisches Mitleid und inquiriere, was denn passiert sei.


Drei, vier Stunden später, es ist immer noch Mittwoch, es ist immer noch Arbeit, es ist immer noch nötig, eine Pause zu nehmen. Mirl schreibt eine dieser Mails, die mit meinem Vornamen anfangen ohne Hallo. "Lisa" gefolgt von "!" Die Dringlichkeit dieser Nachricht erklärt sich von selbst.


Nochmal später, immer noch Mittwoch, aber diesmal daheim, habe ich die Geschichte beisammen:
In einer interagilen Mischung aus Telefon und E-Mail berichtete Mirl mirFolgendes: Die Lektorin, die den Hauptteil ihrer Masterarbeit bearbeiten sollte, hat sich einen Virus eingefangen, einen elektronischen wohlgemerkt. So gut das für sie sein mag, so schlecht ist es für die Datei, die sie Mirl schickte. Sie lässt sich nicht einmal öffnen, was wegen des Virusses wohl auch besser so ist. Leider gibt es auch keine andere Möglichkeit, den Inhalt sicher zu übermitteln, sitzt die gute Dame doch derzeit in -

Afghanistan.

Nächster Schock: Die Arbeit muss Montag abgegeben werden.


Montag.

Im Kern geht es um 22 Seiten, die sich Gott sei Dank erstens:
um ein Thema drehen, das mir durch diverse Gespräche schon geläufig ist und zweitens:
teilweise von ägyptischer Geschichte handeln, die mir dank meines Studiums geläufig ist.


Am nächsten Tag kriege ich den Teil zur Überarbeitung. Es ist Donnerstag, der 15.12. und ich muss noch Geschenke bestellen. Abends esse ich zwanzig Minuten Rosenkohl mit Buttermilch und versinke vor dem Computer. Die Arbeit fängt gut an. Saubere Zitierweise, klare Formulierungen, hier und da ein fehlendes Komma und meistens sind die Sätze zu lang. Abgesehen von diesen Kinderkrankheiten aber vor allem spannender Inhalt und gute Strukturierung. Lesen und korrigieren, korrigieren und lesen. Es sind noch zweiundzwanzig Seiten, noch achtzehn, noch fünfzehn und der Abend wird immer später. Im Wohnzimmer sitzen die WGler, essen Lasagne und lachen. Ich besuche sie zwanzig Minuten mit einem Bier, bevor ich weiter lese und redigiere.
Um elf wache ich auf vor dem Bildschirm, wo mein kleiner Finger eine endlose Spur von ################################################################################################# hinterlassen hat. Gott sei Dank habe ich nicht auf die Tastatur gesabbert. Die aktuelle Version wird zwischengespeichert und verschickt, dann gehe ich schlafen.

Freitag, 16.12.: Es geht weiter. Alice, meine Kollegin von der PLU, mit der ich immer zur und von der Arbeit fahre, fährt uns freundlicherweise nach Augsburg, während ich auf dem Beifahrersitz tippe und tippe. Die letzten fünf, sechs Seiten sind zäh. Offensichtlich war die Autorin beim Schreiben sehr müde. Es korrigiert sich langsamer. Schließlich scheitere ich: die Fahrt nach Augsburg ist zu kurz. Ich speichere auf die SD-Karte, schiebe sie ins Handy und sende alles per Mail an Mirl.


Um acht Uhr neun liegt der Großteil der Arbeit korrigiert in ihrem Briefkasten. Da war sie in Bonn - so verriet sie mir später - gerade wieder aufgestanden, nachdem sie von elf Uhr abends bis drei, vier durchgearbeitet hatte, dann um acht wieder aufstand.

Ein mittägliches Telefonat brachte uns einander endlich näher: Es bestand Einigkeit, dass der letzte Teil erhöhte Aufmerksamkeit bedurfte. Das lief dann etwa so: Mirl überarbeitete, ich arbeitete. Mirl schickte, ich las und überarbeitete. Mirl schlief, ich schickte. Mirl überarbeitete, ich schlief.
Dann geschah eine Weile nichts bei mir.
Aber Mirl hat es schließlich doch geschafft. Die Arbeit war fertig und abgegeben. Welch ein Segen.

So anstrengend es auch gewesen sein mag ist es doch ein erhabenes Gefühl, an so einem Projekt teil zu haben.

Danke, Mirl

Wednesday, June 20, 2012

Thailand und Laos: Drei Wochen Reise in Fotos

 Bangkok:



Das hässliche Städtchen Phitsanoluk in Zentral-Thailand, nahe Shukothai


Shukothai in Thailand, das Wundersame



Chiang Mai, das erste Mal, im Norden Thailands



Der White Temple, den wir auf der Fahrt nach Chiang Kong sahen



ChiangKong (Thailand) selbst, vier Minuten Bootsfahrt entfernt von PakBeng (Laos)



Dann der Slow Boat Trip von PakBeng (Laos) nach Luang Prabang (Laos)




Und schließlich Luang Prabang (Laos)



Danach ging es zurück nach Chiang Mai und Bangkok. Hier ist noch viel passiert. Es war sehr toll.